Dr. Rüdiger Nolte gewidmet
Liebe Europäerinnen, liebe Europäer!
Zunächst mein herzlicher Dank an Ursula von der Leyen, dass ich hier in meiner Vatersprache mit meinen eigenen Worten zu Ihnen sprechen darf. Ich fühle mich sehr, sehr geehrt.
Aber, meine sehr verehrten Damen und Herren, machen wir uns nichts vor: Die Europäische Kommission wird von vielen Menschen innerhalb und außerhalb der EU als ineffizient angesehen – eine Quasselbude voller hochbezahlter Fachidioten, die mit sinnlosen Vorschriften nerven und untereinander die so zerstritten sind, dass das einst starke und stolze Europa für die übrige Welt zur Lachnummer verkommen ist. Klar ist doch, meine hochverehrten Abgeordneten aller Geschlechter: Staaten, bei denen der flache Durchschnitt zum Maßstab allen Lernens und Handelns erhoben worden ist, deren Gesellschaften ermutigen nicht etwa die Schwachen, nein, sie entmutigen bloß die Starken.
Und überhaupt, dieses ganze Gewäsch! Wenn immer jeder seinen Senf dazugeben darf, dann verschwindet das Würstchen: unter wohlfeilen Forderungen und unter wohlfeilen Floskeln. Wer von Ihnen, meine sehr geschätzten Volksvertreterinnen und Volksvertreter, wer von Ihnen öffentlich verlangt, man müsse ‚auf Augenhöhe‘ miteinander reden, der reicht dem Gesprächspartner im Allgemeinen doch höchstens bis zum Bauchnabel, sonst wäre der Blickkontakt ja gar nicht erst erwähnenswert. Diese Forderung kommt nie von dem, der die geputzte, gepuderte Nase in die Luft hält. Insofern kann der Möchtegern-Augenhöherich noch froh sein, wenn er bei seiner Zielperson nicht rückwärtig reinschlüpfen muss, um sich Wohlwollen zu erkriechen. Ein möglicher Ausweg: schmeichelhafte ‚Standing Ovations‘ für Rubio nach seiner MSC-Rede, in der er sein bereits zuvor aufgeschrecktes Publikum für Einwanderungspraxis, Klimaschutz-Übertreibungen und zu geringe Verteidigungsausgaben gemaßregelt hatte. Eins steht doch fest: Trump wird nie mit einer Abordnung von Demokraten verhandeln, sondern nur mit einem starken Führer pro Nation. Das zu beheulen ist möglich, hilfreich ist es nicht. Antworten? Haben Sie nicht.
Mark Carneys Rede auf dem WEF hat im Januar das europäische Feuilleton begeistert. Hier bei Ihnen war da nach wie vor Verzagtheit angesagt. Aus Angst vor ihren Bauern haben Sie das Mercosur-Abkommen erst mal an den EuGH weitergereicht. Kennen Sie sich eigentlich selber noch aus in Ihrem Abkürzungswirrwarr? Abwägende Unentschlossenheit können sich nur verwöhnte Gesellschaften leisten. Liberalismus gedeiht ausschließlich im Wohlstand. Der aber schwindet in Europa. Die Engländer sind schon längst ausgerückt. AfD-Wähler möchten sich ihnen gern anschließen, auch wenn sie sonst am liebsten unter sich bleiben. Den angestrebten NATO-Austritt können sie sich ja sowieso bald sparen. Dieser Trümmerhaufen löst sich von allein auf. Das deutsch-französische Kampfjet-Projekt FCAS kriegen die beiden Länder nicht gebacken. US-Außenminister Rubio sagte vergangenen Samstag in München, er möchte ‚starke Verbündete‘ haben. Dann muss er sich wohl neue suchen. Merz hörte weg. Er saß gar nicht im Saal.
Aber, liebe Miteuropäerinnen, liebe Miteuropäer, liebe Mitdiverse: keine Angst! All das lässt sich ändern. Ich bin heute hier, um Ihnen den Weg weg von Ihrem katastrophalen Image in eine bejubelte Zukunft zu weisen.
Alles muss benannt werden. Wie soll man sonst darüber sprechen oder hinfinden? Kirchen haben natürlich glaubensassoziierte Bezeichnungen. Bei den vielen Marien und Jesus Christussen, die da Pate standen, kann es allerdings schon mal zu Verwechslungen kommen, besonders zu Weihnachten und zu Ostern – Zeiten, zu denen auch viele Scheinfromme in die Gotteshäuser pilgern. Da landen dann ignorante Familien beim ‚Herz Jesu vom heiligen Blut‘, die eigentlich lieber zum ‚Christus-Erlöser‘ wollten.
Bei Straßen und Plätzen sind solche Missverständnisse seltener. In Berlin befindet sich zwar eine ‚Berliner‘ Straße in Pankow, eine in Wilmersdorf und eine in Zehlendorf, aber glücklicherweise keine ehrenrührige ‚Mohren‘straße mehr in Mitte. Zur Glanzzeit unserer (Ur-?)Großeltern schmückte deutsch regierte Ortschaften normalerweise ein einziger Adolf-Hitler-Platz. Vorbei. In Italien gibt es dagegen zwar immer noch 5 472-mal die Via Garibaldi, aber auch pro Stadtteil immer bloß eine dem Freiheitskämpfer gewidmete Straße. Merz und Meloni verständigten sich darauf, dass es in beiden Ländern bei diesem Unterschied auch weiterhin bleiben soll, obwohl der Italienerin eine gewisse Affinität zu rechter Symbolik nachgesagt wird.
Namen sind alles andere als Schall und Rauch. Da irrte Goethe ausnahmsweise. Warum hätte Trump sonst wohl den Golf von Mexiko in Golf von Amerika umbenannt? Warum strebt er für Venezuela Süd-Miami und für Grönland Ost-Alaska als zukünftige Bezeichnungen an? Wer bei ihm zu Hause in Washington auf einer Avenue East mit West verwechselt, landet allerdings statt im Villenviertel leicht im Leichenschauhaus.

Wie etwas heißt, so ist es. Wichtig dabei: Wo steht es geschrieben, und worauf? Wir sehen hin, und wir wissen Bescheid. Die Kloschüssel ist der Prüfstand der Hausfrau, das Straßenschild ist das Gewissen der Gemeinde – und darüber hinaus das Etikett des gesamten Kontinents. Genau hier muss Identifikation durch Sichtbarmachung einsetzen.

Jeder hat aus Roadmovies die Farben und die Typografie von US-Straßenschildern im Kopf. Was für ein Wiedererkennungswert! Davon träumen Europäer nur. Die müssen schon zufrieden sein, wenn in Griechenland und in Bulgarien am Wegesrand lateinische Buchstaben auf den Anzeigetafeln blühen. Dass Mailand im Italienischen Milano heißt, wissen Deutsche, seit es Pizzerien in Paderborn gibt. Aber viele, die am Tyrrhenischen Meer Urlaub machen wollten, sind schon statt in Genua in Genf gelandet, so wie viele Italiener, die eigentlich nach Monaco di Baviera (zu Deutsch: München) wollten, an der Côte d’Azur gestrandet sind. Den chinesischen Wagner-Enthusiasten, die in Beirut statt in Bayreuth gelandet sind, hilft das zwar wenig, aber innerhalb der EU sollten wir doch für Klarheit sorgen. Zumindest beim Schriftbild.
Dass die Europäer es nicht fertigbringen, mit einer Stimme zu sprechen: Neu ist das wirklich nicht. Allein im mittelgroßen Polen hatten sich die Adligen dermaßen verkracht, dass das Land dabei zusehen musste, wie es am eigenen Leibe dreimal zwischen Russland, Österreich und Preußen aufgeteilt wurde. Die PiS-Partei arbeitet emsig an der vierten Teilung, und selbst hier, im nicht so besonders großen Belgien, geht es zwischen Flamen und Wallonen mitunter recht unfreundlich zu, von Ungarn gegen die restliche westliche Welt ganz zu schweigen. (Die USA spielen ja inzwischen nicht mehr mit in diesem Mannschaftsspiel, sondern finden es im Fitnessklub der Größten Drei aufregender.) Der Nationalismus zeigt halt überall seine bunten Trachten und seinen schwieligen Nacken. Heimatverbunden statt weltoffen? Das muss kein Gegensatz sein, behauptet die CSU, und sie hat recht. In die Köpfe kriegen wir das nicht mehr rein – diese Hoffnung, liebe Europäende, muss ich Ihnen nehmen, falls Sie sie noch haben sollten –, aber in die Schilder!
Was schafft mehr Gemeinsamkeit als ein gemeinsames Schild? Ich will es Ihnen verraten: Nichts. Das Schriftbild, die Form, die Farbe. Niemand, der von außen kommt, darf sich fragen: „Ya Allah! Bin ich jetzt in Slowenien (noch: weiße Schrift, grüner Grund, weiße Umrandung) oder in der Slowakei (noch: blaue Schrift, weißer Grund, rote Umrandung)?“ – Falsche Frage! Du bist in Europa! Das erkennst du am Schriftbild und an den Farben. – Welchen Farben?
Also, zugegeben: So ganz einfach war das nicht. Schwarz und Weiß; Rot, Blau, Gelb und Grün: Alle diese Farben sind bereits belegt; Grau ist trist, Braun diskreditiert. Landesfarben wollten wir ausschließen, obwohl es Deutschlands Großzügigkeit unterstrichen hätte, sich in Luxemburgs ‚Rot-Weiß-Blau quer‘ zu ergeben. Das wäre aber Frankreichs ‚Blau-Weiß-Rot längs‘ gefährlich nahegekommen. Trotz aller abgeschaffter Erbfeindschaft wäre eine Unterscheidung, zumindest kulinarisch, doch wünschenswert. Niemand soll Choucroute garnie mit rheinischem Sauerkraut verwechseln müssen, und verwechslungsgefährdet wäre die Mahlzeit ja bereits vor Erreichung des Mundes durch die dekorativen Fähnchen, die mit ihren Nationalfarben in der Brühwurst stecken.
Wir dachten kurz an sexueller Vielfalt verpflichtete Regenbogenfarben als unseren letzten (semi-gemeinsamen) EU-Wert, nahmen aber aus Kostengründen rasch Abstand.
Doch ich will Sie nicht länger auf die Folter spannen, sondern präsentiere Ihnen unsere Entscheidung für das Alleinstellungsmerkmal sämtlicher europäischer Straßenschilder: rosa Schrift auf lila Grund. Wenn es denn sein muss, mit Umrandung in den Landesfarben, um den unausrottbar national Gesinnten die Hand zu reichen (deutsche Hinweistafeln mit verminderter Mehrwertsteuer für das Gaststättengewerbe).
Von dieser Ausnahme abgesehen wäre ein Alleingang genau das, was wir unbedingt vermeiden wollen. Europa muss seine Kräfte bündeln. Deutschland als bevölkerungsreichstes Land Europas nehmen wir deshalb in die Pflicht, diesen ersehnten Umschwung in die Wege zu leiten. Aus diesem Hohen Haus heraus fordere ich Sie auf: Herr Bundeskanzler, beauftragen Sie uns damit, alle Schilder Europas von Hammerfest bis Ierapetra so auf Norm zu bringen, dass jedem Europäer an jedem Straßen- und Hinweisschild an jeder Kreuzung Brüssel in den Sinn kommt, und jeder Nichteuropäer gleich weiß, was ihm bevorsteht, wenn er europäischen Boden betritt. Jedes autoritäre Regime macht aus einem Versprechen eine Drohung: Lassen Sie uns, liebe Freunde, aus dieser Drohung ein Versprechen machen!
Zurzeit produzieren die Bremicker Verkehrstechnik, Schilderwerk Beutha, SWARCO DAMBACH, Colberg & Forster sowie IBOTECH die Verkehrsschilder in Deutschland. Gegen eine angemessene Summe ließen sich sicher alle diese Firmen zu einer Aktiengesellschaft zusammenschließen. Über den Börsenwert braucht man sich nach Bekanntwerden des großen europäischen Auftrags keine Sorgen mehr zu machen. Ich empfehle Ihnen allerdings im eigenen Interesse, vor dem Börsengang nicht über diesen Auftrag zu kommunizieren, sondern absolutes Stillschweigen zu bewahren. Vorzugsaktien für alle Abgeordneten sähen wohl etwas bananig aus, finden Sie nicht, liebe Republikaner?
Bevor ich schließe, ganz kurz noch zu den Kosten. Einschließlich Montage lägen die im Straßenverlauf aufgestellten Schilder bei nicht viel mehr als 150 Euro. Restaurants müssen selber zahlen und dürfen dafür bestimmen, was für sie geprägt wird. Nostalgisch: Altpfälzer Bauernschänke (mit Stoffservietten und Rehkeule für 52,00 Euro im Angebot). Malerisch: Mamma Mantova (von Rumänen betriebene Pasta-Bude mit Papptellern).
An der Autobahn kann sich der Stückpreis pro Tafel schon mal auf vierzigtausend Euro belaufen. Für alle Länder zusammen bedeutet das laut Hochrechnung bei ChatGPT aber nicht mehr als 89 Milliarden Euro. Das ist Ihnen, meine sehr verehrten Damen und Herren, unser vereinigtes Europa doch wohl wert. Durch eine so erstaunliche Maßnahme wie die soeben von mir vorgeschlagene ließe sich das verwirrte Russland gewiss von einer Offensive abschrecken, was der Reduzierung von Verteidigungsausgaben unmittelbar zugutekäme.
Wie viele Arbeitsplätze würden stattdessen in weit weniger kriegerischen Unternehmen geschaffen?! Ist es nicht furchtbar, dass so viel Money und Manpower in Waffen verplempert werden müssen statt in die Schaffung von Kuscheltieren und Hinweistafeln? Europa endlich wieder Weltspitze. Am besten, wir bündeln die Aktivitäten des Unternehmens in Deutschland, das ja auch mit seiner Einwohnerzahl die Hauptlasten trägt. Wir schlagen vor, die Holding in Panama zu beheimaten. Lassen Sie uns sofort beginnen! Kein Gremium! Bitte nicht! Handeln Sie doch mal ohne das übliche Aneinander-vorbei-Gerede, diese Ausflüchte suchende Entschlusslosigkeit! Das Warten sei die ‚schlechteste aller Lebensformen‘1, sagt Elke Heidenreich. Sie muss es wissen. Ich selbst werde schon wahnsinnig, wenn eine Ampel gelb wird und der Wagen vor mir devot stehen bleibt. Kadavergehorsam bringt uns eben auch nicht weiter.
Meine lieben Miteuropäerinnen und Miteuropäer, wollen wir ehrlich sein! Unser Kontinent ist am Ende. Fast. Lassen Sie uns gemeinsam aus diesem verkommenen Boulevard der Dämmerung wieder eine Straße ins Licht machen! Geben Sie mir Ihr Wort! Das habe ich verdient. Und Ihren Etat ebenfalls.
Danke für Ihren freundlichen Applaus! Noch ein paar letzte Worte ‚off the record‘: Ich weiß sehr wohl, meine aufmerksamen Mitbürger, dieser Appell klingt schäbig für Sie. Aber ohne die geistige und militärische Unterstützung der USA sehe ich ein – nur auf dem Papier geeintes – Dreiviertel-Europa weder willens noch in der Lage, einem Zusammenschluss zwischen Russland, China, Nordkorea und Iran wirksam zu begegnen. Das Bestmögliche muss also gut genug sein: Manchmal ist das leider bereits der Mut zu einem makabren Witz.
Ihr Wein predigender, Weihwasser trinkender
gez. Hanno Rinke
Bloßschilda & Sonstkeener

Quelle: 1 Aus ‚Altern‘, Hanser Berlin, 2024
Grafiken: Kl-generiert via Midjourney | Video: H. R. Privatarchiv/Produktion: ALEKS & SHANTU

Die Idee eines einheitlichen Schilddesigns ist so absurd, dass sie plötzlich plausibel wirkt.
Herr Rinke, sie fordern ein Handeln „ohne Gremium“. Aber gerade diese Gremien sind doch Europas Antwort auf Machtkonzentration. Langsamkeit ist manchmal der Preis für Frieden. Das macht sie nicht attraktiv – aber womöglich notwendig.
Ich schwanke zwischen Lachen und Unbehagen.
Wie so oft 😉
Besonders stark finde ich dieses Mal ja Ihre Passage über das Benennen. „Wie etwas heißt, so ist es.“ Der Gedanke erinnert an die Macht politischer Begriffe – man denke an Umbenennungen, Grenzverschiebungen, symbolische Akte. Wer benennt, strukturiert Wirklichkeit. Dass Sie daraus ein europaweites Schildprojekt ableiten, ist natürlich grotesk – aber sicher nicht ohne Logik.
Man sollte zusätzlich in Erwägung ziehen, die Bretter vor den Köpfen der EU-Bediensteten*tinnen ebenfalls durch Blechschilder zu ersetzen. Auf das Blechreden versteht man sich dort ja bereits bestens …
P.S.: Obendrein wäre auf diese Weise sogar eine der größten Sackgassen unserer Zeit beschildert. Vielleicht setzt danach eine bessere Orientierung ein, um wieder vorwärts zu kommen?
Benutzt eigentlich irgendjemand die Bezeichnung „Golf von Amerika“?
Wer sich wirklich mehr Nationalismus wünscht, der wird sich ähnlich wie die Briten nach dem Brexit wundern. Sind die USA eigentlich schon wieder so richtig „great“? Nein? Dachte ich mir.
Hinter aller Polemik spürt man eine eigentliche Sehnsucht: dass Europa nicht im Klein-Klein versinkt. Mir geht es ähnlich mit dem Wunsch.
Dass sich Russland, China, Nordkorea und der Iran tatsächlich in absehbarer Zeit gegen den Westen verbünden, da habe ich noch große Zweifel. Zum Glück.
Ich drücke uns die Daumen. Gewappnet scheinen wir nicht zu sein.
Ich frage mich trotzdem: Ist Abwägen wirklich nur Schwäche? Oder nicht auch eine Form politischer Reife? Eine Herangehensweise wie Trump’s Elefant-im-Porzellanladen-Politik funktioniert ja auch nicht.
Ich glaube, die Europäische Kommission wird nicht zuletzt als ineffizient angesehen, weil für viele so schwammig bleibt, was sie eigentlich macht. Das Wirken der eigenen Regierungen ist eben doch immer noch leichter zu verstehen. Auch wenn man auch da nicht immer einer Meinung ist.
Ich musste lachen bei der Vorstellung, dass künftig jeder Autofahrer beim Anblick eines Schildes ehrfürchtig „Brüssel!“ flüstert.
Wenn immer jeder seinen Senf dazugeben darf, dann verschwindet das Würstchen 😂 Hahaha
Was denken eigentlich unsere Nachbarn über Merz? Ähnlich wie schon Scholz, scheint mir unser Kanzler nicht der respektierteste Partner zu sein.
Der Text funktioniert wie eine politische Versuchsanordnung: Sie nehmen etwas scheinbar Nebensächliches (Straßenschilder) und blasen es zur identitätsstiftenden Großmaßnahme auf. Gerade in dieser Überhöhung liegt die Pointe. Europa scheitert nicht an der Typografie, sondern an der Einigkeit. Gemeinsame Symbole fehlen. Die Frage nach dem Schriftbild ist am Ende weniger lächerlich, als sie beim ersten Lesen klingt.