Wahnsinn

In dieser Rubrik befindet sich alles, was mein kapriziöses Hirn so zwischen Tiefsinn und Schwachsinn ausbrütet.

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Sprünge von Türmen
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Boulevard | #4

„Sie sind eben gut, aber ich halte mich nicht für schlecht“, sagte er und dachte: ‚Jetzt doziere ich gleich. Das müssen wir aushalten.‘ „Ich habe, wenn überhaupt, höchstens vage, gefühlsmäßige Vorstellungen von Gut und Böse, aber keine verstandesmäßig begründeten, nach denen ich einteilen könnte. Trotzdem brauche ich Frauen, die mit sehr festen Moralvorstellungen leben.

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Boulevard | #3

„Warum sind Sie so misstrauisch?“, fragte er. „Ich hatte Sie ohne böse Absicht ganz harmlos etwas gefragt, ohne zu ahnen, dass Sie darin eine Falle vermuten würden. Aber aus Ihrer Antwort schließe ich, dass Sie sich doch mehr für Menschen interessieren, als es bisher aussah.“

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Boulevard | #2

Der Kellner brachte seinen Aperitif. Er dankte und trank. Es schmeckte bitter, süß und eisig. Ein Getränk kann eine Weltanschauung sein. Das Glas war glatt und hart zwischen seinen Lippen. Er ging zum Angriff über ...

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DER VERFÜHRER – Boulevard | #1

One-Night-Stands sind etwas Normales – aber nicht 1968, nicht in besseren Kreisen.

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Nächstenliebe | #5

„Sie bedeuten mir so viel“, sagte er, als sie ihm am Abend etwas zu trinken brachte. Er hatte nur geläutet, weil er sich nach ihr sehnte und wusste, dass sie Nachtdienst hatte. „Es war schrecklich für mich, mit anzusehen, wie Sie den Pfarrer genauso liebevoll behandelten wie mich.“

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Nächstenliebe | #4

„Manchmal muss man ein Teil von sich zerstören, um einem anderen zum Durchbruch zu verhelfen“, sagte der Vikar. „Es wird immer Versuchungen geben, denen man zu widerstehen hat, Triebe, die man unterdrücken muss. Ich möchte ihnen das an einem Märchen erklären: ...“

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Nächstenliebe | #3

Die Erkenntnis, dass er nun ganz allein war, kam ihm erst in den folgenden Tagen voll zu Bewusstsein, und ein anderer furchtbarer Gedanke ließ ihn nicht mehr los: „Durch meine Schuld. Ganz allein durch meine Schuld. Ich trage die Verantwortung für ihr Schicksal und für mein eigenes!“

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Nächstenliebe | #2

Er schlug die Augen auf. Eine Schwester saß bei ihm. „Fühlen Sie sich jetzt besser?“, fragte sie. Ihre Stimme war unangenehm näselnd. „Wo ist meine Frau?“, fragte er.

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DIE TOCHTER – Nächstenliebe | #1

Ich bin Abt. Das klingt nach Mittelalter, ich weiß. Vor ein paar Wochen kam ein Bruder zu uns. Seine Geschichte, seine Zweifel haben mich sehr beschäftigt. Ich fürchte, ich konnte ihm nicht helfen.

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Schmelzen wie Schnee | #14

Es war ein sonniger, aber kühler Sonnabend Anfang April. Ich hatte meine Lebensmittel eingekauft und außerdem noch ein Paar hellblauer Socken, deren kräftiger, beruhigender Ton mir sofort aufgefallen war.

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Schmelzen wie Schnee | #13

Als die Karnevalszeit vorüber war, merkte ich, wie mir die Dinge immer mehr aus der Hand glitten. Machtlos sah ich die Scherben meiner Unternehmungen und Pläne vor mir. Alles, woran ich mich freuen wollte, zerrann mir zwischen den Fingern.

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Schmelzen wie Schnee | #12

Es war durchaus nicht so, dass ich Tag und Nacht Hamlet spielte und mich in Sein und Nichtsein verbiss – jedenfalls damals noch nicht. Diese Gedanken und Empfindungen waren eher die Kulisse, vor der das normale Geschehen weiterhin ablief.

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Schmelzen wie Schnee | #11

Die folgende Zeit war das über Wochen verteilte Erwachen aus einer Narkose, nur dass alle Symptome der Genesung in ihr Gegenteil verkehrt waren: Meine Unsicherheit kehrte zurück.

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Schmelzen wie Schnee | #10

Meine Eltern waren froh über meine Entwicklung, meine Freunde waren verwirrt. Nie zuvor hatte ich in so kurzer Zeit so viel erreicht. Nie zuvor war mein Leben so freudlos gewesen.

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Schmelzen wie Schnee | #9

Anfangs hatte ich den Schlaf mit Unmengen von starkem Kaffee verscheucht. Inzwischen glaubte ich, ohnehin kaum zu schlafen. In Wirklichkeit war es sicher umgekehrt: Ich schlief mehr als ich wach war.

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Schmelzen wie Schnee | #8

Es ist sicher leichter, ein Bild zu zerreißen als eine Bindung. Man kann sich zwingen, eine Telefonnummer zu vergessen, aber das Gesicht, das hinter den Ziffern stand, bleibt, und man liest in ihm, ohne es zu sehen, ohne es zu wollen.

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Schmelzen wie Schnee | #7

Dicht neben uns warf jemand ein Glas um. Es gab Geschrei und Gelächter. Marion stand mit ihrem Tanzpartner in einer Ecke und nickte zu seinen Worten verständnisvoll mit dem Kopf. „Also der Tod beschäftigt dich nicht“, sagte ich, „und das Laster?“

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Schmelzen wie Schnee | #6

Sabine lebte mit ihrer Freundin Helga zusammen in einer Einzimmer-Wohnung. Wie man das länger als einen Monat aushält, ist mir heute noch unverständlich. Allerdings waren beide geradezu aufreizend verträglich,

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Schmelzen wie Schnee | #5

Die folgende Zeit hatte nur eine Überschrift, nur einen Namen: Marion! Die planlosen Spaziergänge im Grün sonnendurchfieberter Buchenwälder, die wiegenden Schatten auf Sandwegen an struppigen Wiesen entlang, der verschleiernde Dunst über der Pendelbewegung des Bootes.

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Schmelzen wie Schnee | #4

Ich liebe Cafés. Man sitzt entlang gepflasterter Gehwege unter einer bunten Markise. Auf den Tischen glitzern Gläser und Flaschen. Kellner balancieren mit gefüllten Tabletts zwischen Tischrändern hindurch.

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Schmelzen wie Schnee | #3

Sich treiben lassen oder gegen den Strom schwimmen. Vielleicht liegt das Ziel stromabwärts, und die ganze Mühe war umsonst.

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Schmelzen wie Schnee | #2

„Christian wäre mir fast abgesoffen“, sagte Andreas, während er sich nachlässig den Rücken abtrocknete. „Im Ernst?“ Regina machte ein bestürztes Gesicht. „Dann wäre er jetzt schon im Himmel ...“

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DER UNTÄTER – Schmelzen wie Schnee | #1

Was bleibt, ist der Tod und immer wieder der Tod. Er macht das Unendliche endlich, das Unerträgliche erträglich, das Ungreifbare fassbar, selbst ungreifbar wie die Stille, die ihn umgibt.

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Blaue Stunde | #4

Ich mache Licht, und sofort wird das Blau in meinem Fenster düsterer, bedrohlicher. Helligkeit ist kein Abwehrmittel. Ich knipse das Licht rasch wieder aus. Die Lampe verstummt. Mein Blau gewinnt seinen ursprünglichen Ton zurück; sanft, tot, gelassen.

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Blaue Stunde | #3

Wir sitzen auf der Terrasse. Der Sommerabend ertrinkt in einem Blau, das wie Betäubung über dem Garten liegt. Die Gegenstände scheinen ihre eigenen Schatten. Auf dem Tisch schimmern unsere Gläser, aus denen der Duft von Bowle steigt.

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Blaue Stunde | #2

Mein Beruf macht mir viel Freude. Ich komme mit den verschiedenartigsten Menschen zusammen, ich sehe große Teile der Welt und trage Verantwortung. Ich bin Pilot. Es ist der ideale Beruf für mich.

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DER TÄTER – Blaue Stunde | #1

Jedes Mal wenn ich sehe, wie das tintige Blau des Spätnachmittags von der hereinbrechenden Nacht aufgesogen wird, horche ich für ein, zwei Minuten reglos in die Dämmerung. Dann scheint es mir, als müsse alles Leben ersticken ...

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Praxis ohne Theorie | #6

In einer geringen Entfernung von mir rang Claudia mit einem Mann. Sie wehrte sich oder er wehrte sich, aber beide gaben keinen Laut von sich. Sie schrie nicht um Hilfe, und ich hatte das Gefühl, sie versuchte auch gar nicht, davonzulaufen.

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Praxis ohne Theorie | #5

Meine Haushälterin klopfte an die Tür: „Das Abendessen ist fertig.“ Ich versuchte verwirrt, die Zeiger meiner Uhr im Dunkeln zu erkennen. „Ist Claudia denn da?“ „Aber ja! Seit einer Stunde schon! Sie hat sich wohl etwas hingelegt.“

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Praxis ohne Theorie | #4

Von Minute zu Minute wurde ich unruhiger. Ich quälte mich mit sinnlosen Vorwürfen und malte mir Claudias Zustand in den schrecklichsten Farben aus. Wie unter einem Zwang irrte ich durch das Zimmer, aufgerieben zwischen den stummen Wänden und meinem dröhnenden Kopf. Jedes Mal, wenn ein Geräusch von der Straße hineindrang, sprang ich atemlos ans Fenster.

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Praxis ohne Theorie | #3

Erschöpft ließ er die Hände sinken. Sein Gesicht war grau und schweißbedeckt. Ein Zittern schüttelte seinen ausgehungerten Körper. „Verstehen Sie mich?“, fragte er erschöpft. Ich sah ihn an, versteinert. Solch ein Ausbruch! Fast empfand ich Mitleid mit ihm. Mitleid? Oder war es doch eine düstere Art von Bewunderung? Bewunderung für die Endgültigkeit seiner Entscheidung. Eine Entscheidung, die zu treffen ich nicht schwach genug war. Er griff nach mir und packte mich am Handgelenk.

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Praxis ohne Theorie | #2

Endlich schnellten die Hände hinab und versanken in seinem Schoß. Er straffte sich. „Morphium“, sagte er ruhig. Ich fuhr auf. „Sind Sie wahnsinnig?!“ „Nein – süchtig!“ Sein Kopf sank erschöpft herab unter der Bürde des Geständnisses. Dann begann es wieder in ihm zu glimmen.

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DER VATER – Praxis ohne Theorie | #1

Wenn ich sterbe, dann möchte ich nicht schmerzlos hinübergleiten. Ich möchte nicht einfach einschlafen, und alles wäre vorbei. Wenn ich sterbe, will ich leiden. Der Schmerz soll mich noch einmal durchzucken. Einer überlasteten Stromleitung ähnlich, die ihr Letztes gibt, ehe sie durchbrennt, will ich alle Kraft noch einmal zusammenfassen. Einmal noch will ich mich aufbäumen, ein letztes Mal, bevor mein Körper schlaff und besiegt seinen Kampf aufgibt.

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Einleitung

Im November 1967 war ich in Berlin. In den CCC-Studios von Produzent Artur Brauner. Ich ‚volontierte‘. So hieß das, wenn man dabei sein durfte, ohne bezahlt zu werden. Der Regisseur brachte mir ‚Brötchen-aus-der-Kantine-Holen‘ bei. Mehr nicht, aber ich schätzte sein Talent auch nicht so ein, dass darüber hinaus noch viel von ihm zu erlernen war. Nach dieser verpatzten Filmkarriere schrieb ich 1968 weiter Sonaten und Orchesterwerke, die meinem Kompositionsprofessor und mir Freude machten. Etliche meiner Altersgenossen gingen in diesem berühmten Jahr auf die Straße, ich nur auf die Musikhochschule.

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Wahnsinn

Verrückt – Teil 2

Um was geht es uns während der Zeitspanne, innerhalb derer uns das Leben aufgezwungen wurde? a) Fressen, b) Ficken, c) Zugehörigkeit. Das hat a) zu Kannibalismus und Karamell, b) zu Verlobungen und Vergewaltigungen, c) zu Religionen und Kriegen geführt. Auch noch zu anderem, ich weiß.

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Wahnsinn

Verrückt – Teil 1

Wie wird man verrückt und ist das überhaupt erstrebenswert? Das kommt darauf an. Unauffällig zu sein ist in Überwachungsstaaten sinnvoll. Ist das Ziel aber, berühmt oder auch nur Superstar zu werden, dann muss man vom Landläufigen schon ein wenig abrücken.

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Wahnsinn

Der Zahnarzt

Ich bin Zahnarzt. Morgens um fünf stehe ich auf, mache die Schularbeiten für meinen Jungen, verprügle meine Frau, vergewaltige mein Mädchen, stille den Zwitter und bereite das Frühstück für den Hund zu. Im Allgemeinen will er zwei Eier im Glas und Vollkornbrot, aber sonntags isst er auch schon mal Fischstäbchen. Gegen viertel nach fünf verlasse ich das Haus und fahre auf meinem Dreirad zum Großmarkt, um Obst und Gemüse einzukaufen. Ich betreibe nämlich nebenher noch ein Blumengeschäft, das sich im Penthouse des Bungalows befindet, in dem ich meine Praxis habe.

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Wahnsinn

KRIMINALITÄT

In unserem Viertel – das kann Ihnen die Polizei bestätigen – wird leider besonders viel eingebrochen. Meist sind es Kinder, jünger als vierzehn, die noch nicht strafmündig sind und gleich wieder freikommen, wenn sie erwischt worden sind. Genau deshalb sind sie ja auch von ihren Eltern losgeschickt worden. Die Anwohner sind aufgebracht, und die Polizisten fühlen sich wie Idioten, denen man Aufgaben stellt, an deren Erfüllung niemand interessiert ist. Es muss sein, als hätte man jahrelang eine Mauer bewacht, die dann abgerissen wurde.

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Wahnsinn

Verkehr(t)

Damals, auf der Fahrschule, vor zehn Jahren – oder sind es jetzt schon elf? – also, damals fing es jedenfalls an. Erst mal dacht’ ich: ‚Gar nich’ drum kümmern!‘ ‚Selbstbetrug‘, dacht’ ich so, ‚der klappt ja genauso lange wie jeder andere Betrug: bis einem jemand dahinterkommt.‘

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Wahnsinn

An den Wahnsinn

Du Gatte der Nacht aus dem Reich der Träumer, des kurzen Schlafs, des langen Todes mittleres Geschwister du. Als Nebel des Vergessens bist du mir willkommen ...

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Wahnsinn

Postwurf

Dies ist unsere herzliche E I N L A D U N G zur „Buttermilchfahrt mit Schuss“ für Greise und Frührentner unter der Schirmherrschaft von Karel Gott und dem Motto „Hauptsache, nicht normal!‟

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Wahnsinn

Pfingstmoral

Ugu hätte so gern mal einen Orgasmus gehabt. Seine Bekannten schwärmten, das sei wirklich nett. Er probierte es mit Frauen, Männern, Tieren. Klappte nicht. Ugu versuchte, sich damit zu trösten, dass die meisten Frauen bis in die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts während ihrer ganzen Ehe kaum je Orgasmen hatten, und außerehelich war verpönt damals. Beschnittene Afrikanerinnen sind noch mieser dran. Trotzdem fand er es schade.

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Wahnsinn

Mandat

Sehr geehrter Herr Anwalt! Eigentlich bin ich nicht eigen. Sollte es so etwas wie den personifizierten Durchschnitt geben, dann bin das ich. Eine Kleinigkeit vielleicht, im Grunde kaum erwähnenswert: Ich kann nur in Räumen leben, in denen es nach sehr, sehr altem Fisch duftet.

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Mein Sohn?

Morjens um halb siebn jeh ick rinne bei dem. Erst ma reiß ick dem die Bettdecke wech, und dann zieh ick ihm orndlich bei die Haare. Da wird der noch am ehesten munter. Anders spurn die ja heut nich mehr. Ick bin ebend „alleinerziehend“, wie man so schön saacht.

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Meine Gabi

Meine Gabi ist mein Ein und Alles. Jeden Morgen darf Gabi aus dem Käfig, und dann gehe ich Gassi mit ihr. Viele meiner Bekannten sagen ja, ich solle sie doch ruhig die ganze Zeit im Käfig lassen, aber das fällt mir nicht im Traum ein, doch nicht meine Gabi!

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Orchideenlecker

Natürlich ist das kein Beruf, und das gezierte Wort ‚Neigung’ wäre sicher auch nicht der richtige Ausdruck. ‚Hobby’ womöglich noch – diese abtötende Bezeichnung, die alles, dem solch ein Etikett aufgeklebt wird, unerheblich macht. – Nichts von dem: Es ist eine Perversion, ich stehe dazu, dass es eine Perversion ist, und ich habe mein Leben meiner Perversion geweiht. Müßige Frage, ob ich, wenn mir ein bewundernswerter Mensch oder eine bewundernswerte Idee je untergekommen wären, mein Leben in einen anderen Dienst hätte stellen können – es ist eben, wie es ist.

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Die drei Schwestern

(Frei nach Grimm) Es waren einmal drei Schwestern, die hießen Trübsal, Rinnsal und Ballsaal. Trübsal blies den ganzen Tag, Rinnsal weinte den ganzen Tag und Ballsaal tanzte den ganzen Tag. "Ihr närrischen Dinger", sprach die praktische Stiefmutter eines Tages, "ich bin es leid, euch dauernd blasen, weinen und tanzen zu sehen. Geht hinaus in die Welt und werdet was Anständiges!"

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Die Präsidentengattin

Gwendolina Smith war zufrieden mit sich: Sie hatte heute keinen Cent ausgegeben. Das Essen hatte sie von den Resten des Vortages gekocht, die Abtreibung hatte sie selbst mit einem Löffel vorgenommen, und zu ihrer kranken Tante war sie zu Fuß gelaufen, um das Geld für die Kutsche zu sparen.

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Haben Sie Freude an meiner Vergangenheitsbewältigung? Dann gefällt Ihnen womöglich auch, was mich in der Gegenwart beschäftigt. Zu der äußere ich mich sonntags. Am Sonntagabend stehen immer drei neue Beiträge von mir im Netz. Dieses literarische Kleeblatt kröne ich gern mit Aktuellem. Meinen Neubrief können Sie abonnieren. Er nennt sich: ‚Newsletter‘.


Hanno Rinke

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