Gereimtes und Ungereimtes

An einem Tag, an dem ich kein Gedicht geschrieben habe, komme ich mir vor, als hätte ich mir die Zähne nicht geputzt. Hier sind Teile meiner Poesie-Prothese zu begutachten.

Gereimtes und Ungereimtes

Schnepfenjagd

Wir sind am See. Die Hunde kläffen heiser. Vereinzelt schon ein Flattern und ein Schuss. Folgte die Kugel jenem Schatten, oder schreckte sie ihn auf? ...

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Gereimtes und Ungereimtes

Das Gasthaus ‚Zur Erinnerung‘

Ich kenn’ und liebe eine Schänke, da gibt es nur todbringende Getränke. Das Bier, der Schnaps, der Wein – und selbst das Wasser muss vergiftet sein ...

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Gereimtes und Ungereimtes

Korrespondenz

Die Birnen hängen tief, die gelben Birnen, tief in den Herbst, der fern schien. Jeder Brief, den wir beschrifteten, verwischt in Tinte ...

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Gereimtes und Ungereimtes

Unsere Freunde, die Tiere

Wo sie trampeln, wo sie flattern, klecksen sie und scheißen. Sie krächzen, sie fauchen, sie bellen, sie blöken, sie spucken, sie kratzen, sie beißen ...

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Gereimtes und Ungereimtes

Ein Herbstgedicht

Bunt tropft, versickert im Geraschel, tiefbrauner Duft Einmütigkeit. Still ruht das Land, stumm schweigt im Blau die Wolke ...

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Gereimtes und Ungereimtes

Auskristallisiert

Alles ist messbar, längst auch die Gefühle. Die Isolierung, die uns nie misslang. Schönheit, zerlegt in tausend Moleküle. Die Sicherung, die lange schon zersprang.

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Gereimtes und Ungereimtes

STADTPARK

Rasenflächen, Blumenbeete, Banken zwischen hohen Stämmen, Mütter, die die Jungen kämmen, deren Haar das Spiel zerzaust hat.

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Gereimtes und Ungereimtes

ANGRIFF

Plötzlich ist sie da, in eisiges Dunkel geschüttet. Magre Vernunft welkt dahin. Fahl blitzen Irrlichter.

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Gereimtes und Ungereimtes

Gesang ohne Stimme

Zu den vielen Talenten, die ich nicht habe, gehört das Singen. Das Singen gehört außerdem zu den wenigen Begabungslosigkeiten, über die ich mich kaltschnäuzig hinweggesetzt habe.

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Gereimtes und Ungereimtes

Sonntag

Der fromme Bürger strebt zur Kirche, der Strolch schläft lange und träumt wirr ...

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Gereimtes und Ungereimtes

Dasselbe

Sie spricht mit ihm – sie kann auch schweigen –, allein die Art, wie sie dort sitzen, wie ihre Hand ihn streift, wie sie ihn ansieht.

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Gereimtes und Ungereimtes

Alte Fotos

Mehr Weltanschauung habe ich im Augenblick nicht zu bieten. Deshalb jetzt Gedichte, überwiegend aus meiner Abiturzeit: ich hoffe, nicht bis zum Erbrechen, sondern bloß, bis ich mit der nächsten Reisebeschreibung fertig und zufrieden bin.

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Gereimtes und Ungereimtes

STICH

1966 war ich noch ganz bei Goethe und Beethoven und ich liebte Genremalerei und Kupferstiche. Diese so gar nicht auf 1968 zulaufende Einstellung habe ich selbst „hinterfragt“, ein Wort, das damals Karriere machte.

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Gereimtes und Ungereimtes

DIE NÄCHSTE STATION

1966 hörte ich auf, Jura zu studieren, schrieb zwei Sonaten, ein Orchesterstück, viele Chansons und dauernd Gedichte. Vorher war ich jeden Tag mit der S-Bahn zur Uni gefahren.

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Gereimtes und Ungereimtes

MOSAIK

Meine Gedanken zur Europa-Reise von 2015 stehen jetzt im Blog. Mit dem nächsten Komplex bin ich noch nicht fertig, aber ich möchte, um nicht still zu halten, die Wartezeit halbwegs seriös überbrücken. Da fange ich mal an mit einem Gedicht, das ich 1966 schrieb. Ein Beitrag zum Thema „Einst und jetzt“.

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Gereimtes und Ungereimtes

Judas

Wir sagten Blicke, sprachen Gesten, zahllos. Wir nannten Bilder „Bilder“ ohne Namen. Kaum war die Zunge Mittler, nie das Schweigen Schranke, wir brachen unsre Worte – unser Brot.

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Gereimtes und Ungereimtes

ABENDLIED

Genug geschlafen, genug gewacht, genug gelebt, genug gelacht. Genug gesehen, gehört, gedacht – genug verträumt, genug versäumt; genug gemacht.

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Gereimtes und Ungereimtes

BIOGRAFIE

Rangeklotzt – hinge*****, oft von allem ange*****: blind ins Leben reingeschickt, irgendwann mal reinge*****, reingewaschen in der Taufe: gleich vom Leben in die Traufe.

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Gereimtes und Ungereimtes

ABSCHLIFF

Nur selten schwimmt in deinen Augen jenes Lächeln, häufiger verbirgst du es, oft wird es dir nicht einmal mehr bewusst. Du spürst den Anlass für ein Lächeln nicht mehr auf, so hast du dich daran gewöhnt, es zu ersticken.

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Gereimtes und Ungereimtes Religion

Himmelfahrt/Vatertag

Jesus flog rauf zu seinem Vater: „Mir reicht’s jetzt. Lass mich kommen!“, bat er. „Ich bin gestorben für die Leute, nun will ich aber weg, noch heute!“

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Gereimtes und Ungereimtes

Zehn Typen

Ich sag’s ganz klar: Ich find’ mich gut, was soll ich mich da zieren? Die Leute stieren, wenn ich im off’nen Wagen fahr’ bei lauter Musik – wunderbar. Tut gut! Ein bisschen Glück, ein bisschen Mut ...

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Gereimtes und Ungereimtes

Sommerschwalben

In ihren nicht sehr runden Kreisen wurde viel gelacht, Kaviar und Curry-Wurst waren die Speisen, alles, was Spaß macht, wurde gemacht, und manchmal wurde auch nachgedacht.

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Gereimtes und Ungereimtes

Notbehelf

In einem meiner Kommentare, den hoffentlich keiner gelesen hat, behaupte ich, am 2. Januar würde der nächste Reisebericht ins Netz gehen. Stimmte nicht. Aber Fake ist ja zeitgemäß.

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Gereimtes und Ungereimtes

Buchhit II – Resteessen

Weil ja alles, was erfolgreich ist, zur Serie aufgebaut werden muss, kommt hier der Nachschub, den ich bei den ersten 50 Titeln aussortiert hatte. Resteverwertung!

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Gereimtes und Ungereimtes

Vorsatz

Nun steht wieder die sogenannte Weihnachtszeit vor der Tür und auf dem Kalender. Nun laufen die Leute wieder los, um viel zu kaufen. Über Konsum freut sich Mario Draghi: Da steigt die Inflation.

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Gereimtes und Ungereimtes

Auf dem Lande

Schwebt ein grauer Schmetterling über uferlose Seele. Liegt im Wald die Nachtigall, staubig, mit durchrissner Kehle.

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Gereimtes und Ungereimtes

Nur Karussell

In dir möcht' ich ertrinken, mich tief-tief in deine Arme stürzen, vergessen, was nicht deine Haut, nicht deine Haare mir erzählten!

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Gereimtes und Ungereimtes

Nullpunkt

Ich mag die warmen Sommernächte nicht! Ich hasse ihre Düfte, ihre Klänge, Versprechungen, die doch nur Wünsche bleiben, fahler als Mondlicht, klarer, falscher, wilder.

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