HANNO RINKE BLOG

Die Zeit der Ringelblumen ist vorbei

2.01 | Worum es geht

Die schwer zu beantwortende Frage: Ist dem Leben mit irgendwelchen Moralvorstellungen beizukommen? Nehmen wir zum Beispiel einen Mann von 34, Hans Schmidt, oder wenn das zu billig klingt, meinetwegen Gregor Sollendorf. Der Nachname klingt ein bisschen ambitioniert, aber – macht nichts, er kommt nur einmal vor.

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Die Zeit der Ringelblumen ist vorbei

1.6 | Ausgefallen!

Es war kurz vor acht, und er war leicht betrunken. Sie war erschöpft nach Hause gekommen und hatte sich gleich hingelegt. Ein Drittel der Whiskyflasche war ausgetrunken. Jetzt wachte sie auf. Als ob er es nötig hatte, sich Mut zu machen! Sie sah auf die Uhr und erschrak.

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Die Zeit der Ringelblumen ist vorbei

1.5 | Immer noch nichts Besonderes

Im Café traf er ein paar Freunde. Dann ging sie zu Frau Kleide, wegen Gutzenka. Sie redeten übers Studium. Frau Kleide fragte: „Finden Sie wirklich, dass er gut aussieht?“ Er hatte die meisten Scheine; für die Anzahl seiner Semester war er ziemlich weit.

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Die Zeit der Ringelblumen ist vorbei

1.4 | Wieder nichts Besonderes

Sie lief die Mönckebergstraße entlang. Er saß in der Mensa. Ein azurblauer Kaschmir-Pullover in einem der Schaufenster gefiel ihr. Gulasch, er kaute lustlos. Sie blieb stehen. Widerwillig stocherte er mit der Gabel zwischen den Fleischbrocken herum. Den könnte sie sich eigentlich leisten.

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Die Zeit der Ringelblumen ist vorbei

1.3 | Überhaupt nichts Besonderes

Punkt zwölf stand Frau Kleide in der Tür: „Kommst du?“ Er brütete über den Unterlagen. Sie sah auf die Uhr: „Ist es schon wieder so weit?“ Die Seite müsste er fotokopieren. Ein wenig erschrak sie über das Fortschreiten der Zeit.

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Die Zeit der Ringelblumen ist vorbei

1.2 | Auch nichts Besonderes

Der Brief war fertig. Im Netz: War er die Spinne oder die Fliege? Sie zog die Blätter heraus, entfernte das Kohlepapier und legte den Brief und die Kopien in die Unterschriftenmappe, dann spannte sie den nächsten Bogen ein. Augen zu, einfach abschalten und losschießen.

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Die Zeit der Ringelblumen ist vorbei

1.1 | Nichts Besonderes

Eine Schar Kinder läuft über das Feld, barfuß, mit bunten Kerzen. Der Wind bläst die Lichter aus. Sie wirbeln auseinander. Fühlst du dein Herz klopfen?

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Weite Reisen

Eine Ankündigung

1972 war für mich das erste Jahr als Festangestellter: Endlich fühlte ich mich frei! Im Februar ’71 hatte ich in Erlangen bei Siemens die mündliche Prüfung für deren Führungskräfte-Nachwuchs gemacht (grässlich) und die mündliche Kaufmannsgehilfenprüfung bei der Industrie- und Handelskammer (schaffbar). Die schriftlichen Prüfungen hatten, wie schon sechs Jahre zuvor beim Abitur, bereits vor Weihnachten stattgefunden.

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Nachtluft | 18

Friedhöfe bedeuten mir nichts. Trotzdem möchte ich sein Grab sehen, einmal nur. Ich würde gerne mit seinen Eltern sprechen, aber ich kann es nicht tun. Sie haben mir einen so furchtbaren Brief geschrieben, in dem sie mir ihr Mitgefühl ausdrücken wollten und sich von ihrem Sohn, den sie nie verstanden hatten, noch im Tod losgesagt haben ...

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Berichterstattung | 17

Schön ist es, am Morgen früh aufzuwachen, um fünf Uhr schon, hell und klar im Kopf, und hinauszutreten vor die Tür. Ganz allein auf der Straße entlangzugehen, die zu den Feldern führt, an Holzzäunen und Dahlien vorbei auf Kopfsteinpflaster. Den Tau in den Wiesen glitzern zu sehen.

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Verzückung | 16

Plötzlich hatten Geräusche aus einer fernen Welt mich aufgestört. Ich lauschte. Ein fremdartiges Pulsen, dem ich nachgehen musste. Warum konnte ich nicht hierbleiben, in der entrückten Abgeschiedenheit meiner Höhle? Es ging nicht. Gott rief mich noch einmal hinaus.

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Das Gott geweihte Leben | 15

Ich hatte das Gefühl, Benedikt kam immer dann, wenn ihn ein neuer Einfall heimgesucht hatte, an dem er sich den ganzen Tag über während seiner Fahrten aufgegeilt hatte. Dann stürzte er sich auf mich, und ich war ihm ergeben. Einmal kam er mit der Schere, schnitt sich mehrere Büschel Sackhaare ab und stopfte sie mir in den Mund.

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Haben Sie Freude an meiner Vergangenheitsbewältigung? Dann gefällt Ihnen womöglich auch, was mich in der Gegenwart beschäftigt. Zu der äußere ich mich sonntags. Am Sonntagabend stehen immer drei neue Beiträge von mir im Netz. Dieses literarische Kleeblatt kröne ich gern mit Aktuellem. Meinen Neubrief können Sie abonnieren. Er nennt sich: ‚Newsletter‘.


Hanno Rinke

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