EISINSEL

Komisch. Traurig.Verstörend.
 
Victor lebt mehr in Büchern als unter Menschen. Ein längst vergangener Rom-Aufenthalt hat ihn stärker geprägt als seine Gegenwart. Im Krankenhaus funktioniert er fürsorglich und zuverlässig – bis eine Patientin aus dem Beobachter einen Handelnden macht.
 
Was folgt, ist komisch, traurig und zunehmend verstörend: eine Liebesgeschichte, ein Gesellschaftsroman und vielleicht der Bericht eines schleichenden Wahnsinns. Zwischen südlicher Erinnerung, bürgerlicher Ordnung und innerer Vereisung erzählt EISINSEL von einem Menschen, der alles infrage stellt und eine unfassbare Antwort gibt.
 
Ein Roman über Sehnsucht, Triebhaftigkeit und den Untergang der heilen Welt.
So weit zu Ende gedacht, wie Zu-Ende-Denken geht.
 

Jetzt im Buchhandel erhältlich

Hanno Rinke: EISINSEL

ISBN 978-3-68948-113-1 | Hardcover | 416 Seiten

  • Bestellen Sie EISINSEL von Hanno Rinke bei Amazon
  • Bestellen Sie Eisinsel von Hanno Rinke bei buecher.de
  • Bestellen Sie Eisinsel von Hanno Rinke bei Dussmann
  • Bestellen Sie Eisinsel von Hanno Rinke bei Hugendubel
  • Bestellen Sie Eisinsel von Hanno Rinke bei Osiander
  • Bestellen Sie EISINSEL von Hanno Rinke bei Thalia

 

Jetzt Leseprobe (PDF) herunterladen

 

 

YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die
Datenschutzerklärung von YouTube.

Youtube laden

 

 

WAS SAGT DER AUTOR ÜBER SEIN WERK?

  

Herr Rinke, was war die Initialzündung, EISINSEL zu schreiben?

Die Initialzündung war die Frage, was mit einem Menschen geschieht, der sich nicht mehr vor Grenzerfahrungen schützt, sondern sie sucht. Ich habe von dieser Grenzerfahrung aus rückwärts geschrieben. Erst war Victor da – dann kam seine soziale Rolle, sein Beruf, sein Umfeld.

Sie schockierten mit den charakterlichen Auswüchsen der Hauptfigur einige Leute aus Ihrem engsten Umfeld, die den Entwurf sichten durften.

Dass Victor verstört, ist klar. Ohne diesen Zwiespalt hätte ich wahrscheinlich gar nicht angefangen zu schreiben. Mich interessierte gerade der Moment, in dem Leser einen Gedanken nachvollziehen können und zugleich erschrecken, wohin dieser Gedanke führt.

Welchen Stellenwert hatten und haben dabei Meinungen von außen? Wann ist Ihnen Kritik wichtig und wann nicht?

Kritik ist wichtig. Ich habe nichts dagegen, wenn jemand widerspricht. Ich will weder bequem sein noch so schön „unbequem“, wie Autoren gern gelobt werden. Ich selbst habe es mir jedenfalls nicht gemütlich gemacht. Ich habe die Situation bis zum Ende gedacht. Das wünsche ich mir auch von meinen Lesenden.

Victor vollzieht dramatische Wendungen in seiner Persönlichkeit. Wie würden Sie ihn als Charakter einordnen?

Victor ist kein klassischer Täter und kein klassisches Opfer. Er lebt zunächst stärker durch Bücher, Bilder und Vorstellungen als durch seine eigene Erfahrung. Gefährlich wird er dort, wo sich das umkehrt: wo er beginnt, Erfahrung nicht mehr zu betrachten, sondern herzustellen. Einordnen sollen das die Lesenden.

Sind Sie einem Menschen wie Victor im wahren Leben schon einmal begegnet? Und wo sehen Sie Parallelen zwischen dem Roman und der Gegenwart?

Wichtig ist vor allem die Frage, ob in einer Gesellschaft Menschen so wie Victor werden können. Der Roman spielt 1995, in einer Zeit, in der die westliche Welt sich noch sehr sicher fühlte. Technisch konnte man die kommenden Umbrüche kaum ahnen, aber psychisch und sozial begann bereits etwas zu kippen. Genau das muss Literatur spüren.

Warum ist es wichtig, die EISINSEL zu lesen? Welche Botschaft wollen Sie damit transportieren?

Einen Autor das zu fragen, provoziert ironische Antworten. Im Ernst: Ich frage, wie weit Mitgefühl trägt, wann es in Macht umschlägt und was geschieht, wenn ein Mensch etwas wirklich ganz zu Ende bringt. Wer nette Unterhaltung sucht, wird womöglich enttäuscht. Wer sich auf Moral, Humor und die dunklen Nebenräume der Empathie einlässt, kommt auf seine Kosten.

 

REZENSIONEN: WAS LESER ÜBER ‚EISINSEL‘ SAGEN

Einschätzung von Wend Kässens, ehem. NDR-Kulturredakteur

Statt mit einer ausgefeilten Rezension kann ich im Moment leider nur mit einem Einblick in meine Beschäftigung mit diesem durchaus faszinierenden, aber auch aus allen Konventionen platzenden Roman dienen. Ich habe ihn inzwischen zweimal gelesen, eine Lesearbeit, die sich lohnt! Aber vom Leser auch eine gehörige Portion Toleranz, Nachdenklichkeit und Humor einfordert. Der Autor mutet den Lesern einiges zu, er ist auf produktive Weise schamlos und um kein Fettnäpfchen verlegen. Die Ambivalenz des Lebens, das doppelte Gesicht, ist eines der vielen Themen, die in diesem Roman ausführlich angesprochen werden.

Ich lese in dem Szenarium eine Geschichte aus der Zeit der Generation Y, in der alles losging, das Buch nennt exemplarisch die 22. Woche 1995. Finanz- und Wirtschaftskrisen, Kriege finden nicht nur im Irak und in Afghanistan statt, die Globalisierung mit ihren Konsequenzen schreitet voran, die Werte der Demokratie mutieren in der aufgeregten Geschäftigkeit der Welt zu Doppelmoral, die Intensität und die Geschwindigkeit des Lebens und das Tempo der Arbeit nehmen zu und werden zunehmend hinterfragt, Sinnsuche und Selbstverwirklichung gewinnen an Bedeutung. Auch diese Themen berührt der Roman, der spielend und mit Ernst auch in unsere Gegenwart hineinreicht.

Weitere Kriege sind nahe gerückt, die Erwärmung der Erdoberfläche führt weltweit zu Katastrophen, die Aggressivität und Brutalität unter den Völkern und Gesellschaften wächst, Flucht und Vertreibung wohin man blickt, Armut und Reichtum driften krass auseinander – die Welt ist aus den Fugen. Und der Geist vom Zeitgeist abgelöst worden. Hier kommt Hanno Rinkes Roman „Eisinsel“ ins ambivalente Spiel, der gibt schon im Titel zu erkennen, dass es in dieser Welt in jeder Beziehung eiskalt zugeht!

Hier die vollständige Rezension lesen

 

ÜBER DEN AUTOR

Hanno Rinke fühlt sich noch immer als Berliner, obwohl er schon lange in Hamburg lebt. Er war Musikproduzent bedeutender Klassik-Künstler wie Leonard Bernstein und Martha Argerich. Er hat komponiert, gefilmt und geschrieben und eine Stiftung gegründet, die dem verantwortungsvollen Umgang mit Sprache gewidmet ist. Ausgezeichnet werden preiswürdige Aufsätze von Jugendlichen, die deutsch aufgewachsen sind, und Aufsätze junger Menschen, die Deutsch als Fremdsprache erlernen.

 

 

(Credits: Grafiken mit Material der mdv Mitteldeutscher Verlag GmbH | Porträt Hanno Rinke: Privatarchiv H. R.)

Victor-Zitat 1/6
Victor-Zitat 2/6
Victor-Zitat 3/6
Victor-Zitat 4/6
Victor-Zitat 5/6
Victor-Zitat 6/6

Schreiben Sie einen Kommentar!

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

4 × 4 =