Liebe Leserinnen, liebe Leser!
Was vorgestern im Oval Office passiert ist, stellt alles andere in den Schatten, und dabei haben wir hier bei uns schon genug eigene Schatten. Da muss Trump wirklich nicht noch den nächsten Weltkrieg an die Wand malen, auch wenn es beruhigend ist, dadurch zu erfahren, dass er bis drei zählen kann. Wir müssen nun im Bundestag bis fünf zählen. Die Stimmen sind ausgezählt, die Stimmung ist gedämpft, und die Bestimmung der Situation, in der sich Deutschland nun befindet, wird von den unterschiedlichen Lagern unterschiedlich interpretiert. Ich hätte so gern eine Negativ-Wahl gehabt: Dass ich nicht notgedrungen die wählen musste, die ich für am wenigsten schlimm halte, sondern dass ich denen eine Stimme hätte wegnehmen dürfen, die ich für am schädlichsten halte. Aber wahrscheinlich hätte das die Lage auch nicht übersichtlicher gemacht. Nur eine Koalition scheint überhaupt infrage zu kommen, und auch die sehen die Wähler allenfalls als das gerade noch erträglichste von allen Übeln an: Das Konservative wird als faschistisch beschimpft. „Was ist denn faschistisch?“ – „Na, die ebend!“ Das Liberale ist weggewählt, und das Sozialistische will ‚irgendwas mit Gerechtigkeit‘. Dass sich alle Parteien außerdem ständig bei der ‚hart arbeitenden‘ Mitte anbiedern, die entlastet werden müsse, irritiert mich. Da sehe ich die immer Steine schleppen. Dabei sitzt die Mitte doch zum größten Teil bequem am Schreibtisch des Dienstleistungsgewerbes und arbeitet hoffentlich gern. Vielleicht wird sich die schreibtischlose Mitte noch zurücksehnen nach der 40-Stunden-Woche, wenn Trumps Zoll-Politik sie in den ungewollten Ruhestand befördert.
Den augenblicklichen Wert einer Währung kann man anhand von Zahlen jeden Tag zuverlässig neu bestimmen (siehe Sonntagspredigt ‚Werte‘). Bei einem Wahlergebnis helfen die Zahlen zwar auch, um die – erstmals verringerte – Anzahl der Sitze im Bundestag zu ermitteln, aber welches Schicksal sich daraus ableiten lässt, bleibt unbestimmt. Darum setzen sofort die Prognosen ein, die sich teilweise als Wahrheiten ausgeben. Allein schon dadurch beeinflussen sie die Wirklichkeit mit. Die abgegebenen Stimmen bestimmen das Ergebnis, die Enthaltungen auch. Was ist Zufall, was ist Bestimmung? Wer sich auf dem rechten Weg wähnt, glaubt gern an seine Bestimmung; wer nur durch die Tage trudelt, bezweifelt oft, dass es so etwas wie eine Bestimmung gibt. Wenn also nicht die Begriffsbestimmung gemeint ist, sondern die von Hitler gern zitierte ‚Vor-herrr-seeung‘, die alle auf ihn gerichteten Attentate vereitelte, dann genieße ich zwar die Bloßstellung, die Hitler sich selbst und seiner ausgedachten Vorhersehung per Selbstmord beschert hat, aber eigentlich denke ich noch viel weiter zurück: bis zur Antike.
Also, ich fange mal ziemlich von vorn an (Verzeihung, Anette!), mache es aber so kurz wie (mir) möglich:
Chronos, der uns als Verwalter der Zeit geläufig ist, war der Sohn von Gaia (der Erde) und Uranos (dem Himmel), und er war der Anführer aller Titanen, was ihn theoretisch auch zum Urahnen des Pop-Titanen Dieter Bohlen macht. Wie von Mr. Time nicht anders zu erwarten, aß er alle seine Kinder auf. Das tut ‚Zeit‘ nun mal. Bloß bei Klein Zeus gelang ihm das nicht. Auf Vorschlag von Oma Gaia hielt die Chronos-Gattin Rhea ihren Jüngsten auf Kreta verborgen und gab dem hungrigen Ehemann ersatzweise einen Stein zu essen. Weil der in eine Windel eingewickelt war, merkte Chronos den Unterschied gar nicht. Raffiniert! Darauf wäre sogar ein Michelin-Sterne-Tester reingefallen, und auf Kreta als Versteck wäre man auch nicht gleich gekommen. Mutmaßlich um einige Zeit später gab Zeusens erste Geliebte Metis dem alten Chronos etwas zu trinken, das wohl ziemlich unbekömmlich war, jedenfalls kotzte er alle fünf verspeisten Kinder daraufhin aus. Sie müssen ihm jahrelang schwer im Magen gelegen haben. Das passiert Eltern manchmal.
Neben dem Kinderfresser Chronos begegnet dem Forschenden (und seiner ebenbürtigen weiblichen Form natürlich genauso) ein Kronos mit ‚K‘. Das sind womöglich zwei verschiedene Götter, vielleicht aber auch nicht, das ist umstritten, jedenfalls bekam Sohn Zeus ein Kind von Pluto. Nicht erschrecken! Pluto ist weiblich und Tochter von (huch!) Chronos, also die Schwester des unverzehrten Zeus, falls Chronos und Kronos ein und derselbe sind, was wir aus Widerwillen gegen Inzest nicht hoffen wollen. Der Spross von Zeus und Pluto hieß Tantalos. Wieso er trotz seiner Eltern kein Gott war, verstehe ich nicht. Er war jedenfalls bloß Phrygier, also nach heutiger Geografie Türke, aber immerhin wahnsinnig reich, und darum kamen die Götter gern zum Essen zu ihm. Trump speist vielleicht auch von Zeit zu Zeit an Musks Tafel.
Tantalos wurde übermütig. Bei ungefestigter Persönlichkeit kann Reichtum schon mal Größenwahn auslösen. So auch hier. Der Gastgeber servierte als Hauptgang ‚Pelops‘. Das war keine phrygische Spezialität, sondern sein jüngster Sohn. Tantalos wollte mal testen, wie fein die Zungen der Götter waren. Bis auf Demeter, die sich im Gram über die Entführung ihrer Tochter Persephone ein Stück Schulter schmecken ließ, rochen die Götter aber den Braten, waren stinksauer und verzichteten auf die Süßspeise. Stattdessen warfen sie die ungegessenen Brocken des Jünglings in einen Kessel, und eine Bedienstete, die Moire Klotho, musste ran und dafür sorgen, dass der Geschlachtete dem Gefäß in alter Schönheit entstieg. Wozu hat man Personal? Den wegen Demeters Unachtsamkeit fehlenden Schulterknochen ersetzten die Götter durch Elfenbein. Wäre heute aus Tierschutzgründen verboten.
Rabenpapa Tantalos wurde schwer bestraft. Von Homer wissen wir, wie. Er steht im tiefsten Hades, hat schrecklichen Hunger und Durst, aber das köstliche Wasser unter seinem Kinn und die leckeren Birnen über seiner Stirn weichen sofort zurück, wenn er ihnen lechzend noch etwas näher kommen will. Über seinem Haupt schwebt ein Felsen, der ihn zu erschlagen droht, was ich in seiner Situation nicht gruselig, sondern verlockend fände.
Mit der Nymphe Axioche zeugte der entkesselte Pelops einen Sohn: Chrysippos (ein für meinen Geschmack etwas ausgefallener Name). Chrysippos war wunderhübsch, und deshalb entführte ihn sein Lehrer im Schulfach ‚Wagenlenken‘, Laios, nach Theben, wo er nebenbei König war, und machte den Knaben – spätestens dort – zu seinem Geliebten. Wie Laios’ Gemahlin Iokaste sich derweil die Zeit vertrieb, ist nicht überliefert. Das schwule Glück hatte indes keinen Bestand. Pelops rückte an, verfluchte Laios wortreich und holte sich den Bengel zurück. Das brachte aber leider nichts. Schuld war Ch.’s Stiefmutter Hippodameia (auch ein relativ seltener Name). Pelops hatte die Ehe mit ihr auf etwas unübliche Weise angebahnt. Ihr Vater Oinomaos ließ alle Freier umbringen, die im Wagenrennen gegen ihn verloren. Pelops stellte sich schlauer an als seine Vorgänger und erstach Oinomaos sicherheitshalber schon während des Wettkampfes. Sein zeitweiliger Geliebter, der Meeresgott Poseidon, soll ihm angeblich dabei geholfen haben. Hippodameia war nun nach Lage der Dinge Pelops ausgemachter Lohn. Wer hätte auch widersprechen sollen?
Die Neue hatte den hübschen Chrysippos nie leiden können. Wie das alles zeitlich einzuordnen ist, überlasse ich Chronos oder Kronos. Dass Hippodameia Stiefsohn Chrysippos so wenig mochte, lag nicht am blendenden Aussehen ihres Hassobjekts, wie wir das von Schneewittchens Stiefmutter her gewohnt sind, nein, die besorgte Echtmutter fürchtete, Pelops würde den Schönling zu seinem Erben ernennen und stiftete ihre von einem etwaigen Testament unschön betroffenen Söhne Atreus und Thyestes dazu an, den im Wege stehenden Chrysippos zu beseitigen.
Emanzipierte Frauen sind nicht immer Heilsbringerinnen, in diesem Fall sowieso nicht. Aber auch Medea, die ihre Nebenbuhlerin und deren Vater tötete und ihre eigenen Kinder gleich mit, bloß, um ihrem untreuen Mann Jason eins auszuwischen, und Klytaimnestra, die im Verein mit Lover Aigisthos ihrem aus Troja heimgekehrten Gatten Agamemnon im Badezimmer das Wasser für immer abdrehte und dafür später von Sohn Orest weggemeuchelt wurde, sie alle sind keine leuchtenden Vorbilder, für eine geschlechtergerechte Regierungsbildung in Berlin schon gar nicht, aber sie zeigen auf, was es mit der Frauenquote auf sich haben kann. Weissagerin Pythia musste in Delphi Sonderschichten einlegen und konnte noch froh sein, dass es Messalina, Lucrezia Borgia und all die anderen später von missgünstigen Männern als Intrigantinnen eingestuften Wahnsinnsweiber der Zukunft noch nicht gab. Die Gegenwart war ärgerlich genug:
Pelops bekam nämlich raus, wer ihm seinen Goldjungen entrissen hatte, woraufhin Hippodameia sich konsequenterweise selbst entleibte. Was wäre wohl sonst mit ihr geschehen? Abwarten? Der dräuende Fels überm Kopf liegt nicht jedem. So war ja ihre Form von Eigeninitiative auch noch Jahrtausende später bei Nazigrößen ein beliebter Ausweg, um der Hinrichtung zu entgehen. Schon während meines Geschichtsunterrichts vor mehr als sechzig Jahren habe ich daraus eine kleine schadenfrohe Interjektion gebildet: Gögö-hihi!!! Das war meine Kurzfassung der Selbstmorde von Göring, Goebbels, Hitler und Himmler, und schon dieses Akronym sagt eigentlich genug über das Ende des Dritten Reiches aus, um ein ähnlich geartetes Viertes Reich wenig wünschenswert erscheinen zu lassen. Aber zurück in die Antike: Dem trauernden Vater Pelops zum Trost wurde der Peloponnes nach ihm benannt. – Nicht schlecht.
Für den weiteren Verlauf der Ereignisse gibt es mehrere Versionen. Die Dichterin Praxilla behauptete, nicht bloß Laios, sondern auch dessen Sohn Ödipus sei in Chrysippos verliebt gewesen. Als Laios die beiden erwischte, kam es zum Handgemenge, in dessen Verlauf Ödipus seinen Vater tötete. Die gängigere Auslegung seit Sophokles: Pelops Fluch bewirkte, dass Laios keine Kinder bekam. Das wollte er aber nicht auf sich sitzen lassen und fragte beim Orakel in Delphi nach, was denn da untenrum wohl los sei. Mit Chrysippos hatte es doch immer ganz gut funktioniert, wieso nicht mit Iokaste? Die Pythia schlug vor, Laios solle lieber auf Nachkommen verzichten, denn sonst würde sein Sohn ihn erschlagen und seine Mutter heiraten. Laios hörte nicht auf Pythia, sondern versuchte es weiter: erfolgreich. Warum hatte er dann überhaupt gefragt? Wir wissen, dass alle martialischen Vorkehrungen, die Laios dann doch sicherheitshalber gegen seinen ursprünglich dringend erwarteten Nachwuchs traf, ihm nichts nutzten: Ödipus erschlug Laios und heiratete Iokaste, beides, ohne die bereits bestehenden Familienverhältnisse zu kennen. Dieser Mythos gilt als Beispiel dafür, dass man seinem Schicksal nicht entgehen kann. Fußnote: Freud erfand anhand dieses tragischen Geschehens den Ödipus-Komplex, mit dem sich die Psychologie seither rumschlagen muss.
Nun zur arabischen Variante der unausweichlichen Bestimmung: Der Diener eines Kaufmanns sieht in Bagdad auf dem Basar den Tod, der ihm scheinbar ein Zeichen macht. Verschreckt eilt er zurück zum Haus seines Herrn und bittet ihn um ein gutes Pferd. Er will weit, weit wegreiten, so schnell es geht: nach Samarra, mehr als hundert Meilen entfernt. Der Kaufmann wünscht ihm alles Gute und besorgt die restlichen Einkäufe selbst. Auch er trifft auf dem Markt den Tod und fragt ihn: „Warum erschreckst du meinen Diener?“ – „Ich wollte ihn nicht erschrecken“, antwortet der Tod, „ich war nur erstaunt, ihn hier zu sehen, wo ich doch heute Nacht eine Verabredung mit ihm habe – in Samarra.“
Der Fluch der Kassandra: Sie sieht das Unheil im Voraus, aber niemand glaubt ihr.
Judas, dem es bestimmt ist, Jesus zu verraten, damit Gottes Sohn seinen Auftrag erfüllen kann. Darüber habe ich hier ausführlich geschrieben.
Ich habe mir immer gewünscht, dass ich selbst bestimmen kann, was ich tue und wie es weitergeht. Meine Abhängigkeiten von meiner körperlichen und meiner geistigen Verfassung sind dabei hinderlich genug: Hormone, Synapsen, Gene – die ganze Biochemie, die auf mich einwirkt, bestimmt meine Entschlüsse ja genauso, wie mein Wille es tut, und dabei ist ja mein Wille womöglich ebenfalls meiner Biochemie unterworfen. Weil das nicht nur mein Problem ist, sondern eine Frage, die uns alle betrifft und beschäftigt, war zu erwarten, dass das Internet weiterhilft, und das tut es auch.
Besonders ranschmeißerisch fand ich den ‚Sinnsucher‘, dessen ‚Expertin‘ mir – und allen anderen auch – helfen will, und zwar folgendermaßen (Auszug):
Hey Du,
mein Name ist Lea Hamann und ich unterstütze Menschen dabei, ihr volles Potenzial zu entfalten und ihren Weg zu gehen.
In meinen täglichen Spaziergängen mit unserem Hund begegnen mir Füchse, Hasen, Eulen und Rehe.
Ich backe Sauerteigbrot, stelle Kefir her und wir essen gerne fermentiertes Gemüse.
Eine tiefe Begegnung mit Jesus Christus hat mein Leben vollständig umgekrempelt und alles neu sortiert. Ich bin jeden Tag dankbar über diese liebevolle familiäre Beziehung zu Gott, zu der mir Jesus den Weg geöffnet hat.
Zur Anrede: Nachdem die ‚Tagesschau‘ inzwischen einfühlsamerweise auf das ‚Meine Damen und Herren‘ nach dem ‚Guten Abend‘ verzichtet, um die vielen Menschen nicht zu brüskieren, die sich geschlechtlich anders einsortieren als Mann und Frau, da wäre es doch noch viel moderner, wenn auch Sprecherin Susanne Daubner ihre Kundschaft gleich mit einem nonchalanten „Hey, ihr!“ in Empfang nähme.
Zum Text selbst: Ich will den gar nicht lächerlich machen, sondern bin sogar gerührt. Diese Zuversicht hätte ich auch gern und freue mich mit Lea über ihre Erleuchtung und über ihr Geschäftsmodell. Aber in ihrer Oase zu ‚trainieren, dem Ruf meiner Seele zu folgen, bewusster zu werden und meiner wahren Bestimmung auf die Spur zu kommen‘ – das traue ich mir und ihr dann doch nicht zu. Vielleicht bleibt es meine Bestimmung, Orakeln zu misstrauen und die Zukunft lieber zu planen als zu deuten.
Bestimmt sogar!
Hanno Rinke
Grafik mit Material der mdv Mitteldeutscher Verlag GmbH
Der wahren Bestimmung seiner Seele auf die Spur zu kommen ist jedenfalls ein ziemlich ambitioniertes Unterfangen. Mir würde im Moment schon ein bisschen weniger Aufregung reichen.
Ich befürchte, wir leben in Zeiten, in denen man sich nur noch aufregen kann. Unsere wahre Bestimmung liegt wohl darin, den Mut zu wahren für sich selbst und das Wohl aller einzustehen.
Wenn das nicht nur ein Wunsch ist, sondern sogar unsere Bestimmung, wäre schon viel gewonnen.
Das klingt für mich vielmehr nach Traumwelt, als Realität. Bei so vielen Stimmen für die AfD, kann man in der Bevölkerung auf ein Interesse am Gemeinwohl nicht gerade zählen.
Ich kann mich trotzdem nicht dazu bringen zu glauben, dass die Menschen in Deutschland zurück zu einem Deutschen Reich wollen. Die meisten sind verunsichert, verängstigt, enttäuscht von der Regierung und suchen nach Alternativen. Anders kann ich mir so ein Wahlergebnis nicht erklären.
Ein Viertes Reich will ja nicht mal die AfD. Was sie überhaupt will, ist mir nicht klar. Kriegen wird sie es sowieso nicht.
Hoffen wir’s.
Sie möchte auf jeden Fall den Spitzensteuersatz abschaffen und den Bau neuer Atommeiler vorantreiben. Hmmm.
Ich fürchte, solange Brandmauern bestehen, wird man die AfD nicht zum Scheitern bringen. Der Hinweis auf Weimar ist geschichtsvergessen. Dass die Massen Alice Weidel wie einst Hitler zujubern könnten, ist absurd. So wird die AfD zum Mythos gemacht, statt zur Lachnummer.
Egal ob man Göttern, Orakeln, Politikern oder den reichsten Menschen der Welt glauben mag: die Zukunft in einer so kontrovers und undurchsichtig vernetzten Welt bleibt ungewiss. Dennoch sollten wir versuchen nicht in eine depressive Schockstarre zu verfallen.
Das Gefühl von Hilflosigkeit ist ziemlich lähmend. Wo ich wie loslegen soll, weiß ich noch nicht.
Lachnummer trifft es genau auf den Punkt. Nach wie vor ist es jedoch verwunderlich, dass das die Menschen nicht abschreckt. In Amerika ist es ja ähnlich. Lächerlicher geht es kaum und trotzdem jubeln Millionen von Menschen diesem Trumpel zu.
Immerhin ist die offizielle Landessprache der USA nun, dank Executive Order, Englisch. Das sollte doch selbst die Demokraten freuen 🙄
Dank der vielen Bildchen und Emojis in den Sozialen Medien wird Sprache doch immer unwichtiger.
Die politische Führung verliert sich in Phrasen, anstatt echte Lösungen zu liefern; und genau das ist das Problem unserer Zeit! Besonders die Analogie mit Chronos zeigt, wie Machtstrukturen alles dominieren.
Ja, schöne Metaphern – aber wie kommen wir da raus?
Die unschönste Variante: Das einstige aus Kolonialmächten bestehende Europa ist künftig nur noch ein Kolonialwarenladen, aus dem sich die internationale Kundschaft bedient. Der viellfach belächelte ‚Untergang des Abendlandes‘ feiert Auferstehung, und die noch wüster beschimpfte ‚Leitkultur‘ kann wahlweise im Museum oder im Jauchebecken analysiert werden.
Ich bin erstmals auch nicht mehr so sicher, ob Europa, wegen der vielen entgegengesetzten Interessen, langfristig bestehen bleiben kann.
Europa wird bleiben. Wer drauf wohnt, ist weniger gewiss.
Typisch deutsche Politik – viel Gerede, wenig Substanz. Dein Text trifft es da auf den Punkt: Wir drehen uns seit Jahrzehnten im Kreis, während sich an den echten Problemen nichts ändert.
Sich im Kreis zu drehen, ist im Universum nichts Schlimmes. Auf der Erde führt so ein Karrussel leider die Achterbahn hinunter.
Nach einer Talfahrt geht es ja meist irgendwann wieder bergauf. Ich habe von einem Orakel gehört, welches meinte, ab 2027 wird alles wieder gut. 🙂
Na, dann wollen wir uns da mal durchbeißen!
Das habe ich tatsächlich auch gerade gehört. Ab 2027 geht es wieder aufwärts, ab 2035 hat sich die Welt regeneriert. Aber glaubt man an so etwas?
Wenn’s hilft!
Es war wirklich unverschämt wie Trump und Vance sich gegenüber Zelensky verhalten haben. Eine einzige Show war das, nur um sich als harte Kerle zu positionieren. Dabei fehlt es ihnen wohl an genügend IQ, um festzustellen, dass sie auf die Tricks von Putin reinfallen. Die Herren spielen hier mit der Freiheit der Ukraine und Europas. Deutschland ist sehr wohl in der Pflicht seine Solidarität mit der Ukraine zu zeigen. Sonst sehe ich unsere Freiheit auch gefährdet.
Die USA nehmen sie Nord- und Südamerika, China schnappt sich Asien und Afrika, und Russland muss sich mit dem kleinen Europa bescheiden.
Ich wandere aus nach Australien.
Australien klingt verlockend, aber ob man sich dem geopolitischen Spiel auf der Erde wirklich entziehen kann? Vielleicht kann am Ende uns doch nur noch Musk retten wenn er uns mit seinen Raketen auf den Mond oder zum Mars schießt.
Leider scheint die Strategie mancher Politiker eher auf PR-Stunts als auf langfristige Sicherheit ausgerichtet zu sein. Die Solidarität mit der Ukraine bleibt entscheidend, nicht nur aus moralischen Gründen, sondern auch zur Wahrung der Stabilität in Europa. Auswandern oder Wegschießen bringt doch nichts.
Man kann doch mal träumen…
Unbedingt – ich träume mit!
Solidarität ist wichtig, aber wir dürfen nicht ignorieren, dass Deutschland bereits enorme Summen für die Unterstützung der Ukraine aufwendet – zusätzlich zu eigenen wirtschaftlichen und sozialen Herausforderungen. Die Frage ist: Wer soll das auf Dauer bezahlen? Unsere finanzielle Belastbarkeit ist nicht grenzenlos, und auch unsere eigene Sicherheit, Infrastruktur und Wirtschaft müssen im Blick behalten werden.
Naja, es geht hier um zig Milliarden. Das wird also kein Zuckerschlecken.
„Um Europa ohne die Unterstützung der USA verteidigungsfähig zu machen, müssten die europäischen Länder ihre Verteidigungsausgaben erheblich steigern. Aktuell investieren die NATO-Mitgliedsstaaten rund 2 % ihres Bruttoinlandsprodukts (BIP) in die Verteidigung. Studien zufolge wäre jedoch eine Erhöhung auf 4 bis 5 % des BIP notwendig, um die erforderlichen militärischen Kapazitäten aufzubauen. Für Deutschland als größte europäische Volkswirtschaft würde dies bedeuten, die jährlichen Verteidigungsausgaben von derzeit etwa 80 Milliarden Euro auf bis zu 150 Milliarden Euro zu erhöhen.“
Lieber russisch als pleite?
Ich glaube nicht, dass es auf lange Sicht eine andere Lösung gibt.
Die Frage, wer so etwas bezahlen soll, ist berechtigt. Aber wir können eben auch nicht tolerieren, dass Putin’s Russland sämtliche angrenzende Staaten angreift und in ein Russisches Großreich umwandelt. Manchmal hat man keine Wahl.
Der Klügere gibt nicht nach, der Schwächere schon.
Ich dachte Pluto sei die römische Version von Hades, also männlich. In der griechischen Mythologie habe ich noch nie von einer weiblichen „Pluto“ gelesen, die mit Zeus ein Kind hatte. Vielleicht ist Persephone gemeint?
Ich habe Sagen und Mythen noch nie ganz gut verstanden. Diese Götter waren gern sehr umtriebig gewesen und hatten viele Kinder mit verschiedenen Partnern. Heutzutage spricht man wohl von polyamourösen Beziehungen. Ich halte davon sehr wenig.
Tja, die Geschichten der Götter spiegeln eben nicht nur göttliche Macht wider, sondern auch menschliche Eigenschaften, deren Leidenschaften und Schwächen…
Den antiken Göttern merkt man etwas deutlicher an, dass sie von Menschen erfunden wurden als den drei christlichen.
Pluto (altgriechisch Πλουτώ Ploutṓ) ist in der griechischen Mythologie die Tochter des Kronos und durch Zeus die Mutter des Tantalos.
Woher kommen denn diese Sinnsucher-Expertinnen alle her? Ich hatte einen ähnlichen Anbahnungsversuch in meinem Posteingang, welchen ich gleich in den Papierkorb legte. Ist es ein neuer, „woker“ Versuch der Kirchen, neue Anhänger zu finden?
Nee, ich glaube, es ist Kirchen-Konkurrenz.
Die Institution Kirche hat sich in den letzten Jahren eben nicht allzu sehr mit Ruhm bekleckert. Die Menschen suchen aber weiterhin nach einem Sinn im Leben. Da ists doch nur natürlich, dass versucht wird, diese Lücke zu füllen.
Mache Sinnsucher fanden keinen Sinn, wurden aber an der Suche anderer zu Millionären.
Apropos Reichtum und Größenwahn – da bin ich ja froh, dass mein Kontostand mich sicher am Boden hält! 😆
Reichtum muss nicht zu Größenwahn führen, aber bei Armut passiert das natürlich seltener.
Dies ganze Göttergedöns und das viele wer mit wem und warum nicht, hat mich komplett irritiert. Worum gings noch mal?
Es geht um Macht, Liebe, Rache und ziemlich viel Drama – also im Grunde genommen um das, was heute in jeder guten Serie passiert, nur mit Blitzen, Verwandlungen und epischen Flüchen. 😉
Bestimmung ist das Thema und es dreht sich im Sinne um Schicksal, Vorhersehung und Wahlentscheidungen. Der Beitrag springt von aktuellen politischen Ereignissen zu antiken Mythen und der Frage, ob wir unser Schicksal beeinflussen können oder ob es vorherbestimmt ist. Das ‚Göttergedöns‘ und das ‚wer mit wem‘ sind Beispiele aus der Mythologie, die das Thema illustrieren. Vielleicht hilft es, den Text als eine Assoziationsreise zu lesen – vom Hier und Jetzt bis ins mythische Damals. Ich finde die Vergleiche und Seitenhiebe auf aktuelle Entwicklungen sehr treffend und amüsant.
Trump, Wahlergebnisse und antike Mythen haben auf den ersten Blick wenig gemeinsam, aber alle drehen sich um Macht, Schicksal und menschliche Irrtümer. Dass der Text nicht auf eine einfache Antwort hinausläuft, sondern Gedankenräume öffnet, ist seine Stärke.
In meinen ausladenen Texten sind ‚einfache Antworten‘ selten zu finden. Dafür bedarf es der Bildsprache von TikTot.
Zum Glück!
Leider gibt es ab kommendem Sonntag etwas schwerere Kost.
Übrigens habe ich neulich ihr neues Buch in meiner lokalen Buchhandlung gesehen und gleich zugeschlagen. Ich hoffe ich habe demnächst wieder mehr Zeit zu lesen…
Das steht auch noch auf meiner Wunschliste. Bald bald…
Es läuft nicht weg, freut sich aber mehr, wenn es aufgeschlagen wird, als wenn es ungeöffnet liegt.
Was da vor ein paar Tagen im Oval Office passiert ist, ist so widerwärtig, dass einem tatsächlich die Worte fehlen. Ich hätte nicht gedacht, dass Trump sich selbst noch einmal so übertrumpfen könnte.
Und trotzdem soll anscheinend in den nächsten Tagen dieser Rohstoffdeal zustande kommen. Es ist unfassbar, was sich die Ukraine gefallen lassen muss um diesen Krieg (hoffentlich) beenden zu können.
Wir leben definitiv in einer Zeit, wo die großen, lauten, dummen Stimmen wichtiger genommen werden als kleine, behutsam gewählte Worte. Hoffentlich merken die Menschen bald, dass dadurch nichts besser werden wird.
Woran sollen sie es später merken, wenn nicht jetzt schon?
na, es scheint ja genügend leute zu geben, die ihre hoffnungen auf eine bessere zukunft auf trump, musk, den brexit, die afd, etc. setzen. bisher scheint niemand davon verstanden zu haben, dass die nicht die interessen der arbeiterklasse oder der mittelschicht im sinn haben.
Ein Beispiel: In den USA kosten Eier nach wie vor noch knapp 8€. Mehr als unter Biden. Wie können die Verbraucher das nicht merken?
Menschen sind nicht nur Verbraucher von Lebensmitteln sondern auch Konsumenten von Hoffnungen. Die liegen oft jahrelang herum, bevor sie in den Müll wandern. Aber manchmal erfüllen sie sich.
Wer hätte gedacht, dass unser aller Schicksal am Ende von zwei solchen Idioten wie Trump und Musk abhängen würde.
Pessimisten haben Glück: Im Gegensatz zu Optimisten können sie nicht enttäuscht werden.
Der Begriff ‚Idioten‘ scheint mir übrigens für zwei so clevere Unholde wir Trump und Musk verkehrt gewählt.
Tja gute Frage. Clever scheint mir allerdings ebenso falsch.
Schlau sind Trump und Musk schon. Weise sind sie nicht.
Lustig muss man sich über Lea natürlich nicht machen. Ich wünsche ihr das Beste. Ich bin trotzdem froh, dass ich nicht mit ihr „trainieren“ muss.
Wenn die Hoffung zum Glauben wird, zum Beispiel an Lea, dann hat sie schon halb gewonnen.