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Rundbriefe

Betrifft: Was Gott eigentlich wollte

Liebe Leserinnen und Leser,

was wir ausscheiden, ist ziemlich klar. Nicht immer farblich, aber als Vorgang. Dass der Mensch als Ebenbild Gottes damit zu leben hat, dass der HERR ihm und ihr für die flüssige Ausscheidung das jeweils selbe Organ zugewiesen hat wie für beider Fortpflanzung, hat dagegen etwas Anrüchiges, wodurch deutlich wird, dass wir die Aussage der Ebenbildlichkeit auf keinen Fall wörtlich nehmen dürfen. (1. Mose 1:26–27) Sonst wären ja auch Schönheitsoperationen Gott ins Handwerk pfuschende Sünden und der Alterungsprozess unerklärlich. gotquestions.org erklärt stattdessen mehr ambitioniert als sprachlich korrekt:

Teil davon, das wir nach dem Ebenbild Gottes geschaffen wurden beinhaltet, das Adam die Faehigkeit hatte, frei waehlen zu koennen. Obwohl ihm eine rechtschaffene Natur gegeben war, traf Adam eine falsche Wahl und rebellierte gegen seinen Schoepfer. Indem er dies tat, ruinierte Adam das Bildnis Gottes in sich selbst und er vererbte dieses geschaedigte Bildnis an all seine Kinder weiter, uns eingeschlossen (Roemer 5:12). Heute noch tragen wir immer noch das Ebenbild Gottes in uns (Jakobus 3:9), aber wir tragen auch die Narben der Suende.

Interessant. Ohne vom Baum der Erkenntnis zu essen, wären wir allerdings Tiere geblieben, die gegen besser schwimmende, fliegende, kletternde, jagende andere Tiere keine Chance gehabt hätten. Stattdessen haben wir uns diese Artgenossen nach dem Willen Gottes so rigoros untertan gemacht (1. Mose 1:28), dass wir jetzt zusehen müssen, wie wir es schaffen, uns – mit Gottes Hilfe? – vor der allgemeinen Ausrottung zu bewahren. Aber natürlich ist auch dieses Zitat bildlich zu verstehen. Alles, was nicht passt, wird flink als Gleichnis behauptet, dann kann man es halt auslegen, wie man will.

Leider Gottes gerät auch die Protagonistin unserer Blog-Erzählung immer mehr auf Pfade, die wir als Abwege bezeichnen müssen. Wir folgen ihr widerwillig, aber neugierig,
allen voran,
Hanno Rinke

10 Kommentare zu “Betrifft: Was Gott eigentlich wollte

  1. Da kommt eben wieder die mittlerweile altbekannte Regel ins Spiel: ohne Abwege keine Geschichte. Jedenfalls keine erzählenswerte.

  2. Wenn „Gott“ uns nach seinem/ihren Abbild geschaffen hat, dann muss er/sie selbst ja ebenfalls solche Ausscheidungen tätigen, nicht?

  3. Aber was wäre denn ohne den Baum der Erkenntnis und die damit einhergehende ‚Sünde‘ geschehen? Dann gäbe es unser Dasein doch gar nicht.

    1. Zumindest wohl nicht so, wie wir es kennen. Aber dafür müsste die Geschichte von Adam und Eva im Paradies dann auch historisch korrekt sein. Man darf wohl davon ausgehen, dass dies nicht der Fall ist.

    2. Gleichnis schön und gut, aber mir klingen diese Bibelstellen trotzdem immer zu düster. Selbst wenn man gläubig den Lehren der Religion folgt, dann handelt man doch letztendlich aus Furcht, Scham, oder um die Sünde wieder gut zu machen. Wo bleibt der positive Anreiz?

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