Regen in der Wüste

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Regen in der Wüste

#01 | Ein Lebensmüder

Montag, fünfundzwanzigster März neunzehnhundertachtundsechzig. Fastenzeit. „Ich ... Ich glaube, ich kann das Leben nicht mehr aushalten.“ „Das klingt schlimm. Sagen Sie mir, was Sie bedrückt!“ „‚Bedrückt‘? Der Druck bedrückt mich. Ich halte ihn einfach nicht mehr aus.“ „Was halten Sie nicht mehr aus?“ „Ich halte es nicht mehr aus, daran zu denken, dass ich noch so lange leben muss.“

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#02 | Ein Fremdkörper

Dienstag, sechsundzwanzigster März: Das war eigentlich noch ein ganz normaler Tag gewesen. Rückblickend gesehen vielleicht der letzte ganz normale Tag in ihrem Leben. Und doch war da schon zum ersten Mal dieses Gefühl von Bedrohung.

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#03 | Eine Urlaubsbekanntschaft

Der Würfelzucker fiel in die Tasse. Der Löffel stieß nach und stocherte in der braunen Flüssigkeit herum, bis der Klumpen zerstückelt war. Dann klirrte der Löffel auf die Untertasse. Zwei Finger mit sorgfältig lackierten Nägeln ...

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#04 | Der Sohn

‚„Er liebt mich nicht!“, sagte sie sich, während sie ihr Gesicht im Spiegel betrachtete. In den letzten Tagen war es noch schärfer geworden. „Er kann mich auch nicht lieben, wenn ich so aussehe!“, dachte sie dabei matt. Und fügte im gleichen Augenblick trotzig hinzu: „Er ist es nicht wert! Ich habe mir alles nur eingeredet.“‘

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#05 | Der Entlassene

„Ist dort die Telefon-Seelsorge?“ „Ja.“ „Guten Abend!“ „Guten Abend!“ „Also, ich habe da ein Problem, mit dem ich nicht fertigwerde. Ich bin vorige Woche aus dem Gefängnis entlassen worden. Ich hab’ ein Jahr wegen Einbruch gesessen. Ich bin da in was reingeschlittert ... “

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Hanno Rinke

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