06 – Ein Eremit

Nach ‚Judas‘, ‚Innocentia-Park‘, ‚Regen in der Wüste‘, ‚Beelzebub und der Teufel‘, ‚Die Hostie‘ der 6. und letzte Teil meines Religionszyklus. Es geht auch hier um Glauben, Sexualität und Verrat. Die Geschichte spielt in den 90ern des vergangenen Jahrhunderts. Sie lehnt sich am weitesten an die ursprüngliche ‚Judas‘-Erzählung an und verwendet Motive aus allen fünf früheren Beiträgen.

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Ein Mordmotiv | 06

Der Fremde kam mit den Getränken und fläzte sich auf die Couch. ‚Benedikt‘ – kein alltäglicher Name. Der Gesegnete. Eigentlich hätte ich bei ihm mehr auf Wein getippt, französisch oder italienisch. „Soso – Johannes. Nun sind wir also hier. Wie alt bist du eigentlich?“ „Achtzehn.“ „Na, wenigstens volljährig.“

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Taxe fahren | 05

Es goss in Strömen. Ich lächelte blöde, zumindest glaubte ich das. Aber vielleicht war mein Lächeln so blöde gar nicht. „Also, was ist?“, fragte er. „Na ja“, sagte ich, „also, das wär’ natürlich unheimlich nett von Ihnen. Ich will zum CVJM. Sehr weit ist es ja nicht. Aber bei dem Regen …“ „Also los!“, sagte er.

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Bahnhof Zoo | 04

Ich fuhr vom Bahnhof Tiergarten zurück zum Zoo, schwarz – wie immer. Das Schließfach öffnen? Das Kapitel schließen? – Noch nicht. Ich strich in der Bahnhofsgegend herum. Die Türsteher der Porno-Bars sprachen mich nicht an. Die Nutten ließen mich in Ruhe.

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Berlin ist Party | 03

Ich wachte auf. Ruhig. Ich horchte in mich. Eine Ruhe, der ich misstraute, denn es gab keinen Grund für sie. Wenn die Rastlosigkeit vorher einen Grund gehabt hatte, dann war er nicht beseitigt. Doch das war jetzt unwichtig.

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Panik | 02

Einige hatten die Schlafsäcke schon zusammengerollt. Die Stelle im Park, die wir uns als Quartier beschlagnahmt hatten, sah ziemlich wüst aus. Umweltbewusstsein findet mehr im Kopf statt. Das darf man nicht so eng sehen wie die Spießer ...

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Wer ich bin, wer ich sein will | 01

Nachtluft. Frösteln zwischen den Sträuchern, zwischen den Beinen. Etwas, das eingefroren ist, etwas, das sich nicht mehr rührt und erstarren wird.

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Hanno Rinke

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