HANNO RINKE BLOG

#2.48 | Kennenlernen

Ich habe niemanden kennengelernt, hier in Berlin, und jetzt werde ich auch niemanden mehr kennenlernen. Doch: Freitag Dorothees beste Freundin aus Mailand, aber das meine ich genauso wenig wie ihre Marion oder meine angeheiratete Verwandtschaft.

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#2.47 | Morgendlicher Spätnachmittag

Mittwoch, 26. Juli: Gegen zwölf wachte ich auf, zu einer Zeit also, von der ich vermute, dass rechtschaffenere Menschen als ich bereits an den Feierabend denken (Huren, Einbrecher und Souffleusen ausgenommen).

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#2.46 | Architektur der Stadt

Dienstag, 25. Juli: Ungefrühstückt wie immer verließ ich das Haus: um frühstücken zu gehen, bei ‚Möhring‘. Einst hatte das Möhringer Frühstück Tradition – da saß ich dann mit Roland am Ku’damm. Jetzt sitz’ ich mit Papier am Gendarmenmarkt.

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#2.45 | Den richtigen Zug nehmen

Klar, es gibt auch Positives: Zum Beispiel ist es immer schön, wenn es zu einem Bahnhof, zu dem man will, einen direkten Zug gibt von dem Bahnhof, auf dem man steht. So richtig zur Geltung kommt diese Annehmlichkeit dann, wenn man auf dem Bahnhof, auf dem man steht, in den richtigen Zug einsteigt ...

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#2.44 | Versuche, das Leben zu ertragen

Montag, 24. Juli: In fünf Monaten ist Weihnachten, und heute hat Herbert Geburtstag. Ich beglückwünsche seinen Anrufbeantworter und schlafe weiter. Nichtstun ist nun mal meine Lieblingsbeschäftigung.

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#2.43 | Abendmahl

Sonntag, 23. Juli: Die lieblose Aufzählung soll willkommene Leser meines Tagebuchs nicht täuschen: Wir bilden eine Einheit, mit Leibern und Seelen. Auch wenn Guntram sich in dem Stadium zu befinden scheint, in dem die DDR 1989 war. – Wer zu spät geht, den bestraft das Leben.

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#2.42 | Pflichten wahrnehmen

Freitag, 21. Juli: Kopfschmerzen und Übelkeit. Ohne getrunken zu haben. Das ist wie Ausrutschen ohne Bananenschale. Man meißelt ‚WARUM?‘ in den Himmel und keinen schert’s. Wenn nichts anderes hilft, muss man eben gläubig werden oder zynisch; wandern, schreiben. Oder im Bett bleiben.

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#2.41 | Canapés

Ich strebe die Voß entlang zur Friedrichstraße. Zwischen ‚Planet Hollywood‘ und Lafayette fällt mein Blick auf eine Tafel, die für ein Ärztezentrum wirbt: ‚Neun Zehntel unseres Glücks beruhen allein auf der Gesundheit.

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#2.40 | Ein Saurier am Potsdamer Platz

Donnerstag, 20. Juli: Ein Tag, der so viel bewirken sollte und so wenig bewirkt hat, damals: 1944. Meine Eltern berichten, wie enttäuscht sie waren, und meine Mutter fügt im Allgemeinen noch hinzu, dass sie, wenn sie die Chance dazu gehabt hätte, weniger halbherzig vorgegangen wäre.

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#2.39 | Auf Augenhöhe

„Ich gehe oft hier spazieren“, sagt Marion. Auf der Grenze? Oder der Grenzenlosigkeit. Oder wegen des unverwalteten Grüns, Brauns und Graus, das den Straßen und Ampeln mitten in der Stadt Einhalt gebietet wie in Hamburg die Alster.

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#2.38 | Übersetzen

Bei Hugendubel, dem modernen Buchmarkt auf drei Etagen, frage ich nach dem ‚Schweigen der Sirenen‘. Erst mal bekam ich nur das Schweigen der Verkäuferin.

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#2.37 | Eine Unterbrechung

Mittwoch, 19. Juli: Es hätte sich gehört, heute dem Westen seine Grenzen zu zeigen. Das Egoneum, benannt nach der Pumpernickel, war die vornehmste Hilfsschule Dahlems, das Gymnasium für Zurückgebliebene aus gutem Hause an der Grenze zu Schwachsinn und Steglitz.

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Haben Sie Freude an meiner Vergangenheitsbewältigung? Dann gefällt Ihnen womöglich auch, was mich in der Gegenwart beschäftigt. Zu der äußere ich mich sonntags. Am Sonntagabend stehen immer drei neue Beiträge von mir im Netz. Dieses literarische Kleeblatt kröne ich gern mit Aktuellem. Meinen Neubrief können Sie abonnieren. Er nennt sich: ‚Newsletter‘.


Hanno Rinke

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