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Gereimtes und Ungereimtes

Auf dem Lande

Schwebt ein grauer Schmetterling
über uferlose Seele.
Liegt im Wald die Nachtigall,
staubig, mit durchrissner Kehle.

Foto: pixelklex/Shutterstock

Stirbt das letzte liebe Wort,
einsam in den kranken Tag.
Stürzt ins Feld die junge Lerche,
schweigt ein trüber Glockenschlag.

Welken Blumen ohne Blüten,
sinkt die magre Ewigkeit.
Geht ein Schaf, die Wölfe hüten,
Träne dorrt. – Es ist soweit!

Foto: Peter Kensbock/Shutterstock

(Hanno Rinke, 1967 – zu einer Zeit also, als im Osten noch SED gewählt werden musste und AfD noch nicht gewählt werden konnte.)

Foto: satit sewtiw/Shutterstock

15 Kommentare zu “Auf dem Lande

  1. Hanno Rinkelnatz 😉 Die poetische Seite an Ihnen gefällt mir ganz gut. Vor allem wenn’s so einen bösen Anstrich hat. Die Nachtigall mit durchrissner Kehle tut mir trotzdem leid. Hahaha

    1. „Auf dem Lande“ mochte ich auch. Freue mich aber trotzdem auf den nächsten Reisebericht. Sie sagten neulich, Sie arbeiten an Ihren Aufzeichnungen aus Polen und Schottland. Erinnere ich mich recht?

    2. Ja! Danke, dass Sie mich ermutiger. Pure Fraulheit, dass es nicht längst fertig ist. Schottland schaffe ich vielleicht am Wochenende, aber erwarten Sie bloß nichts „Polyglott“-Artiges.

    3. Ich fahre Anfang des Jahres nach Schottland. Auf den Reisebericht bzw. die -berichte bin ich dann wirklich gespannt. Könnte noch ein paar Tips gebrauchen 🙂

    4. Ist Schottland zum Jahresanfang nicht ein bischen kühl Herr Zieler? Auf neue Reisen, mal ab vom klassischen Italien, freue ich mich aber auch. Wann ist es denn soweit?

  2. Vielleicht sollte man sich zum selben Thema noch einmal ‚Das letzte Kapitel‘ vom guten alten Kästner durchlesen. Kann nie schaden.

  3. Dieses verdammte AfD-Problem sollte man schleunigst in den Griff kriegen. Sonst leben wir bald wieder in Zeiten wo Gedichte verboten oder zumindest zensiert werden. Nicht gedacht, dass das heutzutage noch möglich wäre. Mann, mann, mann.

    1. Jetzt malen Sie den Teufel mal nicht gleich an die Wand. So weit ist es ja noch lange nicht. Ein paar dummer Restnazis wird es (leider) immer geben. Und die anderen Verzweiflungs-AfD-Wähler kommen bald wieder zur Vernunft.

  4. Witzig wie so ein Studentengedicht aus den 60ern gleich zur politischen Diskussion werden kann. Richard David Precht bemängelte kürzlich zu recht, wie es sein kann, dass eine Partei, die gerade einmal 13% erreicht, zum großen Problem unserer Zeit erklärt wird. Es gibt den etablierten Parteien natürlich die Möglichkeit sich zum Retter der Demokratie zu überhöhen, darüber hinaus spielt die AfD aber sicherlich nicht die Rolle, die man ihr zuschreibt.

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