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Tänzer außer der Reihe

Dialog 7: Im sechsten Himmel

BAUMEISTER DES GLÜCKS

(Der Wohnungsinhaber: W; der Gast: G)

G: Wie oft kannst du eigentlich?

W: Werden wir ja sehen.

G: Ist das ... Ist das immer so bei dir?

W: Wenn ich jemanden mag ...

G: Und macht es dir noch Spaß?

W: Spaß?

G: Ja, Spaß.

W: ‚Spaß‘, das ist so ein Wort, ein ziemlich ausgeleiertes Wort.

G: Warum machen wir es dann?

W: Ich dachte, weil wir Lust haben, beide.

G: Ist ‚Lust‘ ein weniger ausgeleiertes Wort?

W: Ist was nicht in Ordnung?

G: Doch ...

W: Ich meine nicht das Zimmer, das ist natürlich in völliger Unordnung. Ich meine uns.

G: Ich weiß. Ich dachte nur, wenn das immer so ist bei dir ...

W: Was heißt ‚immer‘?

G: Na, mit all den anderen, die vor mir auch schon ...

W: Also, der Erste bist du nicht, der hier liegt, wenn du das meinst, aber vielleicht der Jüngste.

G: Du bist immer ... Hast du immer Lust?

W: Ich weiß nicht. Ja. – Quatsch, nein. – Na ja, doch. Also manchmal denk’ ich, wenn ich schon längst tot bin, dann wird das noch über meinem Grab wabern.

G: Du meinst, dass du immer Lust hattest?

W: Was? Ach wo! Das heißt – warum eigentlich nicht? ‚Hier ruht er: ruhelos und unersättlich. In der Erde verwurzelt, ein Dolch im Himmel.‘ Wie die Zypressen auf dem Friedhof. Biegsam im Sturm, starr in der Stille.

G: Zypressen sehen immer so allein aus.

W: Es gibt ganze Zypressenalleen.

G: Ich weiß. Trotzdem.

W: Sie berühren sich eben nicht, weil sie keine Arme haben. Sie sind wie Kerle, die an der Wand stehen und darauf warten, dass endlich einer zugreift.

G: Hast du nur so was im Kopf?

W: Und wenn wirklich ein Wind kommt und zugreift, dann drückt er sie alle in die gleiche Richtung. Der Abstand zwischen ihnen bleibt derselbe. Du hast recht: Es sind einsame Bäume.

G: Ist ja auch nicht so wichtig.

W: Findest du, ich rede zu viel?

G: Nein, nein, nicht zu viel – nur komisch.

W: Mir ist auch komisch. So, als ob ich ..., als ob wir ...

G: Ich mag, dass deine Bettdecke kein Muster hat. Ich kann Muster nicht ausstehen. Und farbige Bettwäsche auch nicht. Als Kind hab’ ich immer in Lindgrün schlafen müssen.

W: Wir liegen wie in Schnee.

G: Nur wärmer.

W: Du siehst schön aus im Schnee.

G: Es ist so sauber. Es hat nichts Schmutziges.

W: Frisch gewaschen, gestern erst.

G: Wie viele sind schon hier gewesen, in deiner Wohnung?

W: Auf Partys bis zu dreißig Leute.

G: Ich hab’ deine Wohnung gleich gemocht.

W: Hattest du Angst gehabt, du würdest sie nicht mögen?

G: Ein bisschen. Wenn man eine Wohnung nicht mag, wird es mit dem, der drin wohnt, auch schwierig. Oder wenn die Wohnung verdreckt gewesen wäre, dann wäre alles andere irgendwie auch schäbig gewesen.

W: Was man tut, das hat nicht unbedingt etwas damit zu tun, wo man es tut.

G: Für mich doch.

W: Also ist Sex in der Kirche heilig.

G: Du verstehst mich nicht.

W: Wie hast du dir meine Wohnung vorgestellt? Mit Bastkörbchen und Goldrahmen?

G: Nein, eigentlich nicht.

W: Eigentlich nicht? Ist also doch ein Hauch von Bastkörbchen um mich gewesen?

G: Nein, aber man weiß ja nie so genau: Vorher in der Kneipe ganz Weltmann und zu Hause stinkt’s nach Kohl.

W: Wie viele Wohnungen kennst du denn?

G: Von Partys her ungefähr dreißig.

W: Ich mag meine Wohnung auch.

G: Nur dass du gar keine Gardinen hast, das hat mich zuerst etwas gestört.

W: Du hast dich beobachtet gefühlt.

G: Irgendwie ja.

W: Ich hab’ Rollläden vor den Fenstern, die kann ich runterlassen, wann ich will. Ich brauche nicht diese Gemütlichkeit von Gardinen, aber ich brauche immer die Möglichkeit, Nacht zu machen.

G: Aber du kannst nicht immer Tag machen.

W: Die Tage vermisse ich nicht, nur die Nächte.

G: Es wäre schön, wenn nie mehr Tag würde.

W: Magst du auch die Nacht lieber?

G: Jetzt ja. Sonst nicht.

W: Aber jetzt fühlst du dich geschützt hier?

G: Ich mag auch, dass deine Wohnung nicht so gelackt ist.

W: Gelackt? Du meinst, sie ist ziemlich chaotisch. Was mich gerade nicht beschäftigt, das lass’ ich fallen, ganz egal, ob es ein Buch ist oder ein Löffel.

G: Besser als so eine penible Ordnung aus Glas und Stahl.

W: Ja, die Wohnung hat Charakter, schlechten zwar, aber immerhin. Nett, dass du sagst, sie sei nicht schmutzig, du musst entweder kurzsichtig sein oder verliebt.

G: Eigentlich habe ich auch immer Sex im Kopf. Aber ich habe gedacht, das ist nur bei mir so.

W: Wie kommst du denn darauf? Siehst du nie fern?

G: Das ist doch gestellt. Selber spricht man ja nicht oft über so was.

W: Ich schon.

G: Komisch, es macht mich wütend, nein, eher: ja, eifersüchtig, wenn du so redest, so leicht-...

W: Leicht was? Leichtsinnig? Leichtfertig?

G: Es stört mich, dass ..., dass ich einer von vielen bin. Ich weiß nicht, warum, aber es stört mich.

W: Wenn dich deine Vorgänger in diesem Bett stören, dann schmeißen wir es aus dem Fenster. Ich streich’ die Wände neu und reiß den Fußboden raus, ach was, das ganze Haus reiß ich raus wie Unkraut. Wir bauen ein neues, das hier ist sowieso hässlich, und die anderen Häuser sind genauso schlimm, wir reißen das ganze Viertel mit seinen neuen, geraden Häusern ab und bauen alte, schiefe drauf, verwunschene Häuser in ampelloser Landschaft.

G: Und überall dazwischen Zypressen?

W: Wenn du willst. Wir machen alles anders. Wir sind Baumeister des Glücks.

G: Wenn nur das Glück nicht immer so bedroht wäre, immer ist es bedroht. – Ich glaube, ich bin keine Zypresse, sondern mehr – na ja , vielleicht irgendwas, was schnell wuchert und sich ausbreitet, Efeu vielleicht. Am liebsten möchte ich mich um dich rum ranken und dich festhalten, damit du nicht weiterwächst.

W: Du wirst selber wachsen.

G: Warst du immer schon so, oder hast du früher was mit Frauen gehabt?

W: Nein, ich war immer schwul, ich hab’ das mit der Männermilch eingesogen.

G: Das ist schön. Es macht mich irgendwie sicherer. Dabei weiß ich gar nicht, wieso. Na ja. Gegen Männer komm’ ich vielleicht an, gegen Frauen nicht. – Warum bist du heute in die Kneipe gegangen?

W: Weil ich Durst hatte: auf dich.

G: Ja, war ’ne blöde Frage. Gehst du oft in Kneipen?

W: Ja. Und du?

G: Ich nicht. Dieses ganze Gestehe und Gewarte ist doch ätzend. Dann quatschen sie einen an und reden, und eigentlich wollen sie nur, na ja, – ich wahrscheinlich auch.

W: Ach, du suchst nicht die ‚große Liebe‘?

G: Wo? Da?

W: Überhaupt.

G: Da sicher nicht.

W: Wir haben uns kennengelernt – ‚da‘. Es muss ungefähr sechs Stunden her sein – oder sind es eher sechs Jahre?

G: Sechs Sekunden vielleicht. Es geht alles so schnell mit dir, wahrscheinlich geht es auch schnell vorbei. Na ja. Ist wohl auch besser so.

W: Für wen?

G: Für mich.

W: Also doch eine Zypresse?

G: Das ist es nicht.

W: Hättest du den Mut, zuzugeben, wenn es die große Liebe wäre?

G: Ich weiß nicht.

W: Warum nicht?

G: Ich will nicht fallen gelassen werden wie ein Buch oder ein Löffel.

W: Sieh mich an!

G: Warum?

W: Sieh mich an!

G: Ich krieg’ langsam Angst vor dir.

W: Ja? Bist du sicher, dass es Angst ist?

G: Du merkst was an mir. Du merkst was, was ich selber erst rauskriegen will.

W: Sag es mir, wenn du es weißt!

G: Ich kann das nicht.

W: Was?

G: Es tut mir leid, ich kann das nicht sagen.

W: Was kannst du nicht sagen? ‚Ich liebe dich?‘

G: Nein. Dich. Ich meine ... Ich liebe – ich kann dich doch nicht lieben, so schnell.

W: Wie viele Jahre brauchst du?

G: Du nimmst mich nicht ernst.

W: Ich liebe dich.

G: Ich, oh Gott, ich kann das nicht sagen, es ist einfach zu wichtig.

W: Also, weil es wichtig ist, kannst du es nicht sagen, wenn es unwichtig wäre, ginge es.

G: Sei ruhig! Warum verlangst du, dass ich es ausspreche?

W: Ich habe gar nichts verlangt. Du hast angefangen. Du hast gesagt: ‚Ich kann das nicht sagen‘, und mir nicht gesagt, was.

G: Ich hasse es, kompliziert zu sein.

W: Ich hasse es, kurzbeinig zu sein.

G: Du bist nicht kurzbeinig, nicht wirklich.

W: Du bist nicht kompliziert, nicht wirklich.

G: Es wäre furchtbar, wenn du jetzt nicht da wärst. Ich glaube, ich möchte nicht mehr ohne dich sein.

W: Ich möchte nicht mehr ohne dich schlafen.

G: Ich möchte nicht mehr schlafen, wenn du wach bist.

W: Ich möchte nicht mehr reden. Ich möchte fühlen.

G: Ich fühle, dass ich dich lieben könnte.

W: Ich fühle dich.

G: Ich bin so glücklich müde.

W: Ich auch.

G: Wir werden nicht schlafen können.

W: Nein. Gute Nacht!

G: Gute Nacht!

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VOKABELN

Ord|nung

[ˈɔʁdnʊŋ], Substantiv, feminin

Himmlisches Vergnügen

Lust

[lʊst], Substantiv, feminin

Iridisches Vergnügen

Grab

[ɡʁaːp], Substantiv, Neutrum

Unterirdisches Vergnügen

Sex

[sɛks], auch: [zɛks], Substantiv, maskulin

Teuflisches Vergnügen

Par|tys

[ˈpaːɐ̯tis], Substantiv (Plural)

Zweifelhaftes Vergnügen

Ei|fer|sucht

[ˈaɪ̯fɐˌzʊxt], Substantiv, feminin

Reaktion auf fremdes Vergnügen

ERLÄUTERUNGEN

Wer behauptet, Schwule hätten Geschmack, ist noch nie mit einem mitgegangen. Die Überraschungen, die man jenseits des Fußabtreters erleben kann, sind grenzenlos und oft unvorhersehbar. Das liegt daran, dass kesse Aufmachung und kesse Sprüche einstudierbar sind – hinter der Schwelle jedoch lauert die Wahrheit, und selten ist sie nackt. Ach wär sie’s bloß! Doch nein: Vom Klodeckel bis zum Telefon lässt sich so gut wie alles kunstgewerblich umwickeln, und diese Art von Verkleidung legt dann alles frei, was beim Wortwechsel zuvor verborgen geblieben war.

In der Kneipe zählt nicht die Dekoration, sondern die Kundschaft. Im manchmal doch zu trauten Heim gelten andere Gesetze. Beliebter ist dennoch jemand, der in seinem Sperrmüll aufregend bleibt als jemand, der in seinem gestylten Design öde wird. Auch eine kahle, noch unbezogene Wohnung hat was, ein unbehauster Platz mit Matratze reicht völlig aus – die viel kitzligere Frage ist, ob ein Besucher vielleicht angesichts von Porzellanfigürchen und Klöppeldeckchen Potenzschwierigkeiten bekommt oder ob ihm Gummibäume, wie sie ihm aus seinem Elternhaus vertraut sind, unversehens auf die Leisten schlagen.
Es gibt auch Teppichboden, der sich wie kaltes Hammelfett aufs Zärtlichkeitsbedürfnis legen kann. Ein sensibler Homophiler muss da vorsichtig sein. Gerade eben im Treppenhaus glaubte er noch zu wissen, wie sehr gemeinsames Fühlen zusammenschweißt, und gleich darauf an der Garderobe erkennt er schon angesichts der Kleiderbügel, dass die Seelenverwandtschaft zu seiner Innenarchitektin vom Besitzer dieses Korridors niemals wird übertroffen werden können.

Erfahrung ist zunächst mal alles, und deshalb ist zunächst mal auch alles lustig, hinterher. Wer aber nach einer gewissen Zeit versuchen will, die Anzahl der Enttäuschungen gering zu halten, der muss sich daran gewöhnen, auch kleine Hinweise ernst zu nehmen.

„Ich leb’ mit Mutter. Sie ist grad zur Kur“, weist auf Komplikationen hin, von denen ein nächtlicher Gast sich nur langsam erholen wird. Neben jemandem, der gleich gesteht: „Ich brauche die Schauplätze meiner Widersprüche wie den Sauerstoff in meiner Atemluft“, liegt man auch verkehrt, und das womöglich noch auf einem Wasserbett. Dasselbe gilt, wenn der Einladende sich brüstet: „Meine Wohnung saug’ ich täglich zweimal durch.“ Der kluge Interessent macht sich aus dem Staube.

Ist er aber doch mitgegangen und soll – vor Ort eingetroffen – nur auf Socken in die ‚gute Stube‘ eingelassen werden, spätestens dann entscheidet er sich gegen sein Gelüst und für sein Schuhwerk. Er weiß nämlich, wenn ihm erst erlaubt wird: „Mach, was du willst mit mir, bloß mach das Bad nicht schmutzig!“, dann steckt der Karren schon tief im Dreck, und ein Rückzug ohne Peinlichkeit ist so gut wie ausgeschlossen.

Wohnungen sind nun mal intimere Offenbarungen als andere Geständnisse, darum gibt es ja die vielen Einrichtungen, die diesen schonungslosen Ort der Entblößung vermeiden helfen.

Heteros lernen das Heim ihrer Bekannten meist erst kennen, nachdem getestet ist, ob sich die Ehefrauen gegenseitig aushalten, also nach Jahren. Schwule dagegen duzen sich kumpelhaft vom ersten Satz an und begleiten ihre Neuerrungenschaft nach halbstündiger Anlaufzeit vertrauensvoll bis ans Ende der Welt oder in noch entlegenere Vororte. Alle lügen ja immer, sie wohnen gleich um die Ecke. Der Kenner ist misstrauisch, der Einfältige glaubt. Unten auf der Straße grübelt er noch, woher er wohl nachher eine Taxe kriegen soll, oben kriegt er beim Anblick der Bude gleich einen Schlag – langfristigere Gesundheitsschäden gar nicht mitgerechnet.

Aber auch der Wohnungsinhaber hat es nicht immer leicht. Was soll er antworten, wenn sein Gast beim Anblick einer Barock-Konsole den Verdacht äußert: „Du bist wohl was Besseres!“ Oder wenn das prall gefüllte Bücherregal seinen Gast zu der erstaunten Frage veranlasst: „Hast du das etwa alles gelesen?“

Wenn er sich erkundigt: „Ist das echt?“, so schmeichelt dieses Interesse dem Gastgeber oft weniger, als der Besucher meint, egal, ob die angesprochenen Gegenstände Erbstücke oder Errungenschaften von IKEA sind.

Aber auch bei diesem Test muss man das möglicherweise Positive sehen: Besser in einer fremden Wohnung merken, dass man sich geirrt hat, als in einem Stundenhotel nicht merken, dass man beklaut worden ist.

Neil Diamond: ‚Play Me‘

Auszug aus Hanno Rinkes ‚Liedschatten‘

Das war der erste Dialog in diesem Lehrgang, der zwei Menschen in Harmonie zeigte. So etwas ist herrlich, aber dramaturgisch meistens unergiebig. Neil Diamond lässt Sehnsucht und Erfüllung in ‚Play Me‘ glaubwürdig verschmelzen. Ich schlage seinen Song hier vor, weil ich eine Schwäche für den Dreivierteltakt habe und weil ich keine anrührenderen Liebeszeilen kenne als ‚You are the sun, I am the moon, you are the words, I am the tune: Play me.‘ Wie üblich in Liedern werden Sonne und Mond beschworen, und wie üblich sehe ich vor allem die Schatten.

Aus dem Album ‚Moods‘, ℗ 1972 Geffen Records, Producer: Tom Catalano, Neil Diamond, Composer Lyricist: Neil Diamond

37 Kommentare zu “Dialog 7: Im sechsten Himmel

  1. Ich dachte, weil wir Lust haben 😆 Manches Paar fragt sich diese Frage nach ein paar Jahren Beziehung. Viele finden darauf keine Antwort.

      1. Oder schon am nächsten Morgen. Falls man solange überhaupt zusammen geblieben ist.

  2. Oh, mit Neil Diamond verbinde ich auch einige Erinnerungen an ein paar unvergessliche Abende. Vielen Dank für die Auffrischung.

      1. Solange nicht eine dieser schweren Steinplatten auf dem Grab liegt, lasse ich mir das gefallen. Natürlich erst nach dem Ableben. Ob das dann ein Vergnügen wird, wird man sehen.

      2. Daran zweifle ich auch stark. Ich würde empfehlen jegliches Vergnügen vor dem Ableben anzugehen. Nummer sicher.

      3. Das ganze Leben ist ja ein zweifelhaftes Vergnügen. Wüsste man sicher, dass danach erst das richtige kommt, ginge man natürlich nicht in den Irrgarten, sondern ins Kloster.

    1. Wenn man es in erster Linie auf die Befriedigung der Lust abgesehen hat, dann versucht man ja am besten die Unterhaltung so oberflächlich wie möglich zu halten. Bei jedem Satz zu viel besteht sonst die Gefahr, dass man es sich doch wieder anders überlegt. Geht es um Zuneigung oder Liebe sieht das natürlich völlig anders aus.

      1. Es besteht aber auch die Möglichkeit, dass ein guter Wortwechsel die Lust steigert: nicht doof, sondern charmant und intelligent f*ckt gut.

      2. Das ist einer der Nachteile der heutigen Online-Dating-Zeit. Da stellt man soclhe Sachen leider oft erst fest wenn es schon zu spät ist.

      3. Unter Umständen wenn man aufgegeilt zum Date gefahren ist und dann vorzieht die wenigstens die gröbste Lust zu befriedigen als unbefriedigt nach Haus zu fahren. Alles schon passiert.

  3. 1972 veröffentlicht Neil Diamond „Play me“ und posiert mit langen Haaren und geblümter Spitzenbluse auf dem Cover. Damals gab es seltsamerweise weniger Aufschreie ob der gefürchteten Entmännlichung unserer Gesellschaft.

    1. Entrüstung über die Hippiejugend gab es im Nachkriegsdeutschland auch. Aber vielleicht haben Sie trotzdem recht. Die Art der Aufregung war möglicherweise eine andere.

      1. 1964 traute ich mich nicht mit rose Hemd in die Schule. 1968 trug ich Blümchenhemd zur Vorlesung. Meine Mutter trug 1964 Chanel-Kostüm, 1968 Op-art. Der grundlegende Wandel begann Mitte der 60er Jahre. Dass einige ihn bis heute nicht für abgeschlossen halten, liegt daran, dass die einen immer mehr Konsum und die anderen immer mehr Rechte wollen.

      2. Dieser Wechsel zwischen konservativ und progressiv findet ja auch immer ein bisschen in Wellen statt. Das eine folgt auf das andere usw usw…

      1. Hoffentlich. Und je mehr Abwechslung, desto spannender wird das Ganze. Da braucht es zwischendrin ja sogar mal ein paar downs damit die ups wieder ordentlich zur Geltung kommen.

  4. Penible Wohnungen können ja leicht anstrengend werden. Die Bewohner sind dann ja in der Regel ebenso penibel. Aber vollgemüllt mit allerlei Krimskrams ist auch nicht meins.

  5. Man könnte vielleicht noch argumentieren, dass besonders viele Schwule einen Sinn für Sachen haben, die Geschmack erfordern. Ob dieser dann auch wirklich vorhanden ist, ist ja nochmal etwas anderes.

      1. Dass ‚die Gesellschaft‘ überhaupt irgendetwas will, hat mir noch nie eingeleuchtet. Klar ist nur, dass sich die Gesellschaften untereinander ziemlich unterscheiden, z.B. denken die Einwohner San Franciscos ziemlich anders über Homosexualität als die Einwohner Mogadischus, vermute ich mal.

      2. „Die Gesellschaft“, nun das heisst doch meistens einfach nur der kleinste gemeinsame Nenner. Also Bilder oder Ideen, die wir alle leicht verstehen und dementsprechend teilen können. Die landläufige Meinung. Der Durchschnitt.

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