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Betrifft: Gendern ändern?

Gedanken nach dem Vatertag

Liebe Leserinnen und Leser,

bin ich prüde? Ärzte, Mörder, Handwerker – es macht mir einfach keinen Spaß, durch das Gendern bei der Verallgemeinerung für Ärztinnen, Mörderinnen und Handwerkerinnen die Vagina gleich mitdenken zu müssen. Die Gerechtigkeits-Beflissenen finden das fair – ich sehe leider gleich das Geschlechtsteil vor mir. Hetero-Männer haben große Freude am Venushügel und an ausladenden Hüften, die auf Homo-Männer weniger einladend wirken.

Dafür sind Schwule so begeistert über ihre halbwegs erreichte Anerkennung, dass sie alles, was dem Feminismus dient, vorbehaltlos unterstützen. Die Nille und der Kitzler – alles eingemeindet im wohligen Verständnis. Was soll´s? Der Krieg in der Ukraine, der ist ein Problem, der Genderkram ist es nicht. Einer Civey-Umfrage vom Freitag zufolge lehnen 84 % der Befragten geschlechtergerechte Sprache in der Literatur ab. Toll, wenn man Probleme hat, die man selber sowieso nicht lösen kann: Man braucht keine Taten, bloß eine Meinung. Linke sind Russen-Versteher. Schwule sind Frauen-Versteher. Manchmal verstehen Diktatoren aber nur Bomben, und manchmal möchten Frauen* lieber genommen als verstanden werden.

Also, ganz so rigoros geht es im Blog gerade nicht zu, aber es reicht.

Hanno Rinke

*Männer auch

Cover mit Material von: Marcus Lenk/Unsplash (Häuser, hinten mittig und links), C Dustin/Unsplash (Wolke) und Shutterstock: ANDRIY B (Buch), Jan Martin Will (Baum), Wondervisuals (Haus, hinten links), Anibal Trejo (Fernsehturm), gomolach (Kerzenflamme), Marti Bug Catcher (Brandenburger Tor)

15 Kommentare zu “Betrifft: Gendern ändern?

  1. Mit den 84% hätte ich ehrlich gesagt nicht gerechnet. Auch, wenn mir schon bewusst ist, dass die Meinungen auseinander gehen.

    1. Beim Arzt denken wir den Schwanz aber auch nicht zwangsläufig mit. Das ist ja hauptsächlich eine Frage der Gewohnheit.

    2. Weiss man ob in der Umfrage die Meinung der Frauen und Männer auseinander geht? Oder ist man sich da einig?

    1. Oh allerdings. Meine linken Freunde sind eher vehemente Kriegsgegner. Da habe ich bisher kaum jemanden gehört, der besonders viel Verständnis für Putin gehabt hätte.

      1. Nur Sahra Wagenknecht findet, der Westen habe ihn zu sehr gereizt. Klar: Der Gefahr, dass der Nato-Staat Estland in St. Petersburg einfällt, musste von Putin präventiv begegnet werden.

      2. Sahra Wagenknecht ist besonders gut darin ÜBER die Ukraine zu reden und FÜR sie Stellung zu beziehen. Aber sie demontiert sich in letzter Zeit ja eh gerne selber. Auch wenn es um Themen wie Sexismus usw. geht.

  2. Man kann zum Glück sagen, dass es im Blog nicht so rigoros zugeht. Die Berlin-Reise ist eine wirklich willkommene Abwechslung zu den ganzen schlimmen Nachrichten.

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